Evocatio

Evocatio, von lateinisch e-voco oder e-vocare, bezieht sich auf ein „Heraus-, Herbeirufen“ der lokalen Götter eines Gebiets, insbesondere auch die Toten der Unterwelt herbeizurufen, um sie zum Erscheinen zu veranlassen. Ferner bezeichnete der Begriff Evocatio die Rückberufung ehemaliger, bereits entlassener Legionäre in den Dienst der Legion des Römischen Reiches, siehe dazu Evocatus. Die Evocatio als „Vorladung“ war auch ein Begriff römischen Rechts ohne offensichtlichen Bezug zu ihrem magisch-religiösen Aspekt, der bis heute in der Rechtswissenschaft als Fachbegriff eine Rolle spielt.

  1. Jürgen von Ungern-Sternberg: Römische Studien Geschichtsbewußtsein – Zeitalter der Gracchen – Krise der Republik. Walter de Gruyter, 2006, ISBN 978-3-11-093871-5, S. 55 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 30. Juli 2015]).
  2. Eric Orlin: Foreign Cults in Rome: Creating a Roman Empire. Oxford University Press, 2010, ISBN 978-0-19-978020-4, S. 38 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 30. Juli 2015]).
  3. evocare : Deutsch » Latein : PONS.eu. (JavaScript) PONS GmbH, Stuttgart, archiviert vom Original am 24. Dezember 2013; abgerufen am 11. August 2012.
  4. Wolfgang Schaffler: Kultische Reaktionen auf Misserfolg und Versagen in der Griechischen Antike. (PDF) Das Verhältnis der Menschen zu den Göttern. Karl-Franzens-Universität Graz, 29. September 2011, S. 6 ff., archiviert vom Original am 10. Juli 2016; abgerufen am 11. August 2012.
  5. Theodor Mommsen: Römisches Staatsrecht. Band 3. Cambridge University Press, 2010, ISBN 1-108-00993-X, S. 1197 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).