Cento Probae
Der Cento Probae ist ein spätantiker Lateinischer Cento aus der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts.
Das Gedicht, das Vergil-Verse verwendet, wird aufgrund einer Zuschreibung Isidors von Sevilla traditionell der christlichen Adligen Faltonia Betitia Proba (um 360) zugeordnet; Teile der modernen Forschung haben jedoch auch deren Enkelin Anicia Faltonia Proba (nach 384) als Autorin in Betracht gezogen.
Das „christliche Flickengedicht“ besteht aus 700 Versen und verwendet die Aeneis, Georgica und die Eklogen des Vergil (70 v. Chr. bis 19 v. Chr.), um die christliche Heilsbotschaft im bukolischen Gewand zu transportieren. So erinnert besonders das im Cento geschilderte Paradies an Vergils Arkadien.
Manche Philologen machen Einflüsse des Cento schon im zeitgenössischen Carmen contra paganos sowie in den Epigrammen des Papstes Damasus I. aus, während andere Ähnlichkeiten auf die den Texten gemeinsame Vergil-Rezeption zurückführen.
- ↑ Für Anicia Faltonia Proba: Danuta Shanzer: The Anonymous carmen contra paganos and the Date and Identity of the Centonist Proba. In: Revue des Études Augustiniennes. Band 32, Nr. 3–4, 1986, S. 232–248, doi:10.1484/J.REA.5.104540 (englisch; PDF); Timothy D. Barnes: An Urban Prefect and his Wife. In: The Classical Quarterly. Band 56, Nr. 1, 2006, S. 249–256; dagegen u. a. Robert P. H. Green: Which Proba wrote the cento? In: The Classical Quarterly. Band 58, 2008, S. 264–276.
- ↑ Alan Cameron: The Last Pagans of Rome. Oxford University Press, Oxford 2011, S. 313 f.
- ↑ Roger Green: Did Damasus Write the Carmen contra paganos? The Evidence of et. In: The Classical Quarterly. Band 66, Nr. 2, 2016, S. 691–704, hier S. 701 f.