Fettleber

Klassifikation nach ICD-10
K70.0 Alkoholische Fettleber
K76.0 Fettleber (fettige Degeneration), anderenorts nicht klassifiziert
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
DB92 Nichtalkoholische Fettlebererkrankung
DB92.0 Nichtalkoholische Fettleberkrankheit ohne nichtalkoholische Steatohepatitis
DB92.1 Nicht-alkoholische Steatohepatitis
DB92.Y Sonstige näher bezeichnete nichtalkoholische Fettlebererkrankung
DB92.Z Nichtalkoholische Fettlebererkrankung, nicht näher bezeichnet
DB94.0 Alkoholische Fettleber
DB95.3 Arzneimittelinduzierte oder toxische Leberkrankheit mit Fettleber
DB95.30 Arzneimittelinduzierte oder toxische Leberkrankheit mit chronischer Fettleberkrankheit
DB95.3Y Sonstige näher bezeichnete arzneimittelinduzierte oder toxische Leberkrankheit mit Fettleber
DB95.3Z Arzneimittelinduzierte oder toxische Leberkrankheit mit Fettleber, nicht näher bezeichnet
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Die Fettleber (lateinisch Steatosis hepatis, von altgriechisch στέαρ stéar, deutsch „Fett, Talg“ und altgriechisch ἧπαρ hepar, deutsch „Leber“) ist eine häufige Erkrankung der Leber mit in der Regel reversibler Einlagerung von Fett (Triglyceriden) in die Leberzelle (Hepatozyt) in Form von Fettvakuolen, z. B. durch Überernährung (Hyperalimentation), durch diverse genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen (z. B. Abetalipoproteinämie), Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch, Toxine und andere Gifte, Diabetes mellitus, Schwangerschaft, Eiweißmangel, Leberstauung, Leberteilentfernung oder auch Bypassoperationen, die Teile des Dünndarms ausschalten.

Lassen sich neben der Fettablagerung auch Zeichen einer Entzündung (erhöhte „Leberwerte“ = erhöhte Transaminasen) nachweisen, spricht man von einer Fettleberhepatitis (Steatohepatitis). Eine Fettleber bleibt häufig lange Zeit unerkannt; unter anderem weil sie keine Schmerzen verursacht. Dann kann sie sich zu einer lebensbedrohlichen Leberzirrhose entwickeln, in deren Verlauf es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Aszites, Varizenblutungen und hepatischer Enzephalopathie kommen kann. Die hepatische Enzephalopathie gilt als Marker für einen besonders drastischen Verlauf der Leberzirrhose. Durch die steigende Zahl von Menschen mit Adipositas und metabolischem Syndrom steigt die Bedeutung der Fettleberhepatitis (MASH) und ihrer Vorstufe, die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), als Ursachen für die Leberzirrhose stetig an. Manche Prognosen sprechen von einer um bis zu 56 % erhöhten MASH-Prävalenz für China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Spanien, Großbritannien und die Vereinigten Staaten bis zum Jahr 2030.

  1. P. Jepsen et al.: Clinical course of alcoholic liver cirrhosis: a Danish population-based cohort study. In: Hepatology, 2010, 51, S. 1675–1682.
  2. Gelbe Liste Online: Neue Fachbegriffe für Fettlebererkrankungen | Gelbe Liste. Abgerufen am 27. Januar 2024.
  3. PMID 27722159 PMC 5040943 (freier Volltext)
  4. PMID 29886156