Weltfinanzkrise 2007–2008
Weltfinanzkrise (oder globale Finanzkrise) bezeichnet eine globale Banken- und Finanzkrise als Teil der Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2007 bis 2009. Die Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts (insbesondere Subprime-Markt) in den USA. Als Beginn der Finanzkrise wird der 9. August 2007 datiert, denn an diesem Tag stiegen die Zinsen für Interbankfinanzkredite sprunghaft an. Ihren Höhepunkt erreichte die Krise mit dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers am 15. September 2008. Die Finanzkrise veranlasste mehrere Staaten, die Existenz großer Finanzdienstleister durch Kapitalerhöhungen und Rekapitalisierungen von enormer Größenordnung durch vor allem staatliches Fremdkapital, aber auch Eigenkapital zu sichern. Einige Banken wurden verstaatlicht und später geschlossen. Die Staatsverschuldung vieler Staaten stieg krisenbedingt stark an, vor allem in den USA (Kabinett George W. Bush).
Zentralbanken westlicher Länder hielten die Leitzinsen niedrig oder senkten sie noch weiter, um eine Kreditklemme zu verhindern bzw. abzumildern und um den Schuldendienst ihrer Staaten zu verringern. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte auf gleiche Weise den Schuldendienst der Länder der Eurozone. Die Finanzkrise wirkte sich trotzdem auf die Realwirtschaften aller Länder aus: viele Unternehmen reduzierten ihre Produktion; es kam zu Unternehmenskrisen, Entlassungen und Insolvenzen (darunter der Autohersteller General Motors).
Am 3. April 2009 schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Kursverluste der Wertpapiere infolge der Krise auf vier Billionen US-Dollar.
2010 begann die Eurokrise.
- ↑ Dorothea Schäfer: Geborgtes Vertrauen auch nach zehn Jahren Dauerfinanzkrise, in: diw-Wochenbericht 9. August 2017 diw.de (PDF; 113 kB)
- ↑ Vier Billionen Dollar Schaden durch Krise. In: Salzburger Nachrichten. 22. April 2009, S. 15 (Artikelarchiv).
- ↑ IMW: International Financial Stability Report, April 2009, Chapter 1: Stabilizing the Global Financial System and Mitigating Spillover Risks (PDF; 1,8 MB), Tabelle 1.3.