Friedlieb Ferdinand Runge

Friedlieb Ferdinand Runge (* 8. Februar 1794 in Hamburg-Billwerder; † 25. März 1867 in Oranienburg) war ein deutscher Chemiker. Er wurde für Pionierarbeiten zur Untersuchung von Substanzen aus dem Steinkohlenteer einschließlich Anilin, zur Isolation von Koffein sowie zur Papierchromatographie bekannt.

  1. Das Geburtsjahr Runges wird in der Literatur unterschiedlich mit 1794 oder 1795 angegeben.
    Allerdings ist es im Taufregister der Hamburgischen Landgemeinde St. Nikolai zu Billwerder dokumentiert. Dort fand sich zum Jahr 1794 folgender Eintrag:
    „Februar, den 8. ist des hiesigen Herrn Pastoris Herrn Johann Gerhard Runge, gebürt. aus Hamburg und seiner Ehefrau Catharina Eliesabeth geb. Heins gebürt. aus St. Georg bey Hamburg ihr Sohn gebohren und am 16. getauft. Nahmen: Friedlieb Ferdinand: Gevattern: Frau Catharina Maria Dorothea Lagan geb. Kern, Jgfr. Johanna Helena Kern, Herr Christian Friedlieb Raupach.“ zitiert nach Berthold Anft: Friedlieb Ferdinand Runge sein Leben und sein Werk. In: Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, 1937, Heft 23, Dr. Emil Ebering, Berlin, S. 8, Fußnote 1. Runge selbst nannte 1821 in einem Lebenslauf das Geburtsdatum 8. Februar 1795, offenbar unterlag er einem Irrtum. Eine Übersetzung dieses Lebenslaufes ist bei Berthold Anft: Friedlieb Ferdinand Runge sein Leben und sein Werk. Dr. Emil Ebering, Berlin 1937 (Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 23), S. 154–155 zu finden und von dort übernommen durch Katrin Cura: Professorenklekse – Friedlieb Ferdinand Runge (1794–1867): Entdecker der Teerfarbstoffe und Begründer der Papier-Chromatographie. In: Gudrun Wolfschmidt (Hrsg.): Farben in Kulturgeschichte und Naturwissenschaft. tredition, 2011, ISBN 978-3-8424-2200-1, S. 268–293, hier S. 272–273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).