Geschichte Spartas

Die Geschichte Spartas beginnt mit der Entstehung der Siedlung zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. Sie umfasst die Expansion des griechischen Staates der Lakedaimonier über den Südteil der Peloponnes, die Rolle als führende Militärmacht im Ägäisraum in der archaischen und klassischen Zeit und Spartas abnehmende Bedeutung unter nachfolgenden herrschenden Mächten.

Die Geschichte Spartas in klassischer Zeit ist vor allem durch den Dualismus mit Athen geprägt. Das spartanische Geschichtsbild geht wesentlich auf nicht-spartanische Quellen zurück, die schon in der Antike durch einen Fokus auf das Militär, Unterdrückung abhängiger Bevölkerungsteile (v. a. Heloten) durch die Elite (Spartiaten) und ein dominantes Erziehungssystem (Agoge) bestimmt sind. Die moderne Forschung stellt die Einseitigkeit dieses spartanischen Geschichtsbildes zunehmend infrage, darunter auch das Narrativ vom Niedergang Spartas nach der Schlacht von Leuktra (371 v. Chr.). Mit dem Ende der Hellenika Xenophons, das griechische Geschichte bis 362 v. Chr. erzählt, lässt sich Sparta über literarische Quellen nur noch punktuell und oft mit großem zeitlichen Abstand zu den beschriebenen Ereignissen und Strukturen greifen. Konkurrierende Geschichtsdeutungen haben darüber hinaus seit der Antike einen wichtigen Einfluss auf das Bild Spartas.

Die Geschichte Spartas ist eng mit der Geschichte der Landschaft Lakonien verbunden. Ihr Name wird im Deutschen meist im erweiterten Sinn für den Staat der Lakedaimonier gebraucht, obwohl bis kurz nach den Ereignissen von 371 v. Chr. auch die Landschaft Messenien zum spartanischen Herrschaftsgebiet gehörte. Seit hellenistischer Zeit wurde Spartas Herrschaft über Lakonien immer weiter eingeschränkt.

  1. Lukas Thommen: Sparta. Verfassungs- und Sozialgeschichte einer griechischen Polis. 2., erweiterte Auflage. Stuttgart 2017, ISBN 978-3-476-04330-6, S. 19.
  2. Paul Cartledge / Antony Spawforth: Hellenistic and Roman Sparta: a tale of two cities, 2. Ausg., London 2002 (Erstausgabe 1989).