Grundsatz

Grundsatz (auch, aber nicht synonym: Axiom, Prinzip; englisch principle) ist eine Aussage, Erfahrung, Erkenntnis oder Regel, welche die Grundlage für nachfolgende Handlungen, Tätigkeiten oder Unterlassungen bildet.

Der Grundsatz ist eine „grundlegende Regel“ oder „grundlegende Bestimmung“. Justus Georg Schottelius übersetzte 1641 den grammatischen Begriff aus lateinisch lex vel regula fundamentalis. Ein Grundsatz galt seither als grundlegender Satz eines Beweises: „Auch diese (Wissenschaft) geht aus gewissen Grundsätzen, da man eher nicht vergnügt [zufrieden, d. Verf.] ist, bis man sieht, wie eines vernunftmäßig aus dem andern folgt.“ Damit avancierte der Begriff zu einer besonderen Angelegenheit der Philosophen, aber auch in der Mathematik. Goethe bemerkte 1811, dass man für die Dichtkunst an sich keinen Grundsatz hatte finden können.

In die Theologie drang der Grundsatz in Form des Dogmas vor. Das Wort Axiom hat Johann Christoph Sturm 1670 als „Grundsatz“ übersetzt, ist aber durch letzteren Begriff nicht verdrängt. Ebenso hat sich Prinzip als eigenständiger Begriff mit unterschiedlichem Begriffsinhalt etabliert.

  1. Gerhard Köbler: Etymologisches Wörterbuch. 1995, S. 172.
  2. Deutsche Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band IV, 1939–1951, Sp. 1514.
  3. Justus Georg Schottelius: Teutsche Sprachkunst. 1641, S. 473.
  4. Christian Knorr von Rosenroth: Pseudodoxia Epidemica. 1680, S. 37.
  5. Johann Christoph Gottsched: Beobachtungen über den Gebrauch und Missbrauch vieler deutscher Wörter. 1758, S. 123.
  6. Johann Friedrich von Flemming: Der vollkommene Teutsche Soldat. 1726, S. 31.
  7. Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit. Jubiläums-Ausgabe, 1811, S. 23.
  8. Walther Mitzka (Hrsg.): Trübners Deutsches Wörterbuch. Band 3, 1939, S. 253.
  9. Johannes Tropfke: Geschichte der Elementarmathematik. Band 4, 1923, S. 34.