Hallisch

Hallisch (Hallesch)

Gesprochen in

Halle (Saale), Saalekreis
Linguistische
Klassifikation

Das Hallische (auch Hallensisch oder Hallesch) ist ein Dialekt, der sich auf die kreisfreie Stadt Halle (Saale) bezieht. In der Stadt Halle und den umliegenden im Saalekreis gelegenen Ortschaften ist der Dialekt noch voll ausgeprägt. Hallisch entwickelte sich sprachgeschichtlich von einer ursprünglich niederdeutschen Stadtmundart zu einer ostmitteldeutsch geprägten städtischen Umgangssprache an der Grenze vom obersächsischen zum thüringischen Sprachgebiet. Der Dialekt wird aufgrund der Grenzlage einerseits dem Obersächsischen Nordosterländischen, andererseits dem Nordostthüringischen zugerechnet und hat typische sprachliche Eigenheiten auf allen Sprachebenen.

Typische Wörter, die nur in der Stadt Halle und umliegenden Dörfern verwendet werden, entstammen der „Glauchschen Mundart“ bzw. dem „Lattcherschmus“, einer stark ans rotwelsche angelehnten Dialektik, die im Hallischen Stadtteil Glaucha gesprochen wurde.

  1. Horst Becker, Gunter Bergmann: Sächsische Mundartenkunde. Entstehung, Geschichte und Lautstand der Mundarten des obersächsischen Gebietes. 1969.
  2. Helmut Schönfeld: Sprache – Heimatgeschichte. Mundart, Gruppensprachen, Umgangssprache, Namengut als Gegenstand von Forschung und Pflege. Berlin 1983.
  3. Gunter Bergmann: Kleines sächsisches Wörterbuch. Leipzig 1990.
  4. Hans Reimann: Sächsisch (Reihe Was nicht im Wörterbuch steht, Bd. I), Piper Verlag, München 1931, S. 95–109.
  5. Helmut Schönfeld: Abriß einer Lautlehre der Mundart von Halle (Saale). MLU Halle 1964.