Hans Robert Jauß

Hans Robert Jauß, auch Hansrobert, Hans-Robert, bzw. Jauss (* 12. Dezember 1921 in Göppingen; † 1. März 1997 in Konstanz) war ein deutscher Romanist und Literaturwissenschaftler.

Schwerpunkte der Forschungen von Hans Robert Jauß waren die mittelalterliche und moderne französische Literatur, die Gattungstheorie, Historik und Ästhetik. Er war sowohl Mitbegründer des Werkes Grundriß der romanischen Literaturen des Mittelalters als auch der Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik (1963). Als einer der Begründer der Rezeptionsästhetik war er Vertreter der Konstanzer Schule der Literaturwissenschaft. 1980 wurde Jauß Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Als Gastprofessor wirkte er in Zürich, Berlin, New York, Yale, Paris, Leuven, Berkeley, Los Angeles, Princeton und Madison.

Die NS-Belastung von Jauss als Offizier in der Waffen-SS, seine von ihm bestrittene Verstrickung in Kriegsverbrechen sowie sein Verhalten nach deren Bekanntwerden, waren Anlass für eine international geführte Diskussion.

  1. Zu den verschiedenen Formen des Vor- und Nachnamens s. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz University Press, Konstanz 2016, ISBN 978-3-86253-082-3, S. 288 Anm. 1 und Ottmar Ette: Der Fall Jauss. Wege des Verstehens in eine Zukunft der Philologie. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2016, ISBN 978-3-86599-327-4, S. 38 Anm. 13 mit dem Hinweis, dass Hans Robert Jauß selbst immer mit „Jauss“ unterschrieb.