Herzogtum Burgund
| Herzogtum Burgund | |||||
| Ducatus Burgundiae (latein) Duché de Bourgogne (französisch) | |||||
| 918–1790 | |||||
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| Herzogtum Burgund innerhalb Frankreichs vor der französischen Revolution (1789) | |||||
| Amtssprache | Französisch | ||||
| Hauptstadt | Dijon | ||||
| Staats- und Regierungsform | Herzogtum | ||||
| Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef | Herzog von Burgund | ||||
| Parlament(e) | États de Bourgogne | ||||
| Einwohnerzahl | 500.000 im Herzogtum, ca. 3 Mio. im Gesamtstaat (15. Jahrhundert) | ||||
| Errichtung | 918 | ||||
| Endpunkt | 1790 | ||||
Das Herzogtum Burgund (lateinisch: Ducatus Burgundiae; französisch: Duché de Bourgogne) war ein mittelalterlicher und frühmoderner Feudalstaat in den nordwestlichen Regionen des historischen Burgunds. Es war ein Herzogtum, das von den Herzögen von Burgund regiert wurde. Das Herzogtum war lehnsrechtlich mit dem Königreich Frankreich verbunden und durch seine Besitzungen auch an das Heilige Römisches Reich gebunden. Es unterschied sich von der Freigrafschaft Burgund (der heutigen Region Franche-Comté). Der erste Herzog von Burgund (lateinisch: dux Burgundiae), der in Quellen mit diesem Titel belegt ist, war 918 Richard der Justiciar.
Im Jahr 1004 erbte Prinz Heinrich von Frankreich, ein Sohn von König Robert II. von Frankreich, das Herzogtum, trat es jedoch später im Jahr 1032 an seinen jüngeren Bruder Robert ab. Robert wurde zum Stammvater des älteren Hauses Burgund, eines jüngeren Zweiges der königlichen Kapetinger-Dynastie, das über ein Gebiet herrschte, das in etwa den Grenzen und Territorien der heutigen Region Burgund (Bourgogne) entsprach. Nach dem Aussterben der burgundischen Männerlinie mit dem Tod von Herzog Philipp I. im Jahr 1361 fiel das Herzogtum an König Johann II. von Frankreich und das königliche Haus Valois zurück. Das Herzogtum Burgund wurde nach 1363 in einen größeren Territorialkomplex eingegliedert, als König Johann II. das Herzogtum an seinen jüngeren Sohn Philipp abtrat. Mit seiner Heirat mit Gräfin Margarete III. von Flandern legte er den Grundstein für einen burgundischen Staat, der sich weiter nach Norden in die Niederlande ausdehnte. Diese Gebiete wurden als burgundische Niederlande bekannt. Mit der Zeit gelangte das Haus Valois-Burgund in den Besitz zahlreicher französischer und kaiserlicher Lehen, die sich von den westlichen Alpen bis zur Nordsee erstreckten und in gewisser Weise an das mittelfränkische Reich Lotharingia erinnerten.
Der burgundische Staat war am Ausgang des Spätmittelalters eines der größten Herrschaftsgebiete Europas; einige der reichsten Gebiete Europas wie Flandern gehörten zu ihm. Nach etwas mehr als hundert Jahren Herrschaft des Hauses Valois-Burgund stürzte sich der letzte Herzog, Karl der Kühne, in die Burgunderkriege und wurde 1477 in der Schlacht von Nancy getötet. Das Aussterben der Dynastie führte dazu, dass das Herzogtum von König Ludwig XI. als Provinz in das Königreich Frankreich eingegliedert wurde, während der Großteil der burgundischen Besitztümer in den Niederlanden an Karls Tochter Maria und ihre habsburgischen Nachkommen überging.
- ↑ Histoire de la Bourgogne. In: Mon coin de Bourgogne. 14. Februar 2025, abgerufen am 24. November 2025 (französisch).
- ↑ History of Burgundy Encyclopædia Britannica
- ↑ Alison Leininger-Cuenot: Les États bourguignons (1363–1477) – Réussite et déclin d’une principauté pendant la Guerre de Cent Ans (I). 17. Dezember 2021, abgerufen am 24. November 2025 (französisch).
- ↑ Claude Courtépée (l’abbé): Histoire abrégée du duché de Bourgogne, depuis les Eduens, les Lingons et les Séquanois, jusqu’à la réunion de la province à la Couronne sous Louis XI. Causse, 1777 (archive.org [abgerufen am 24. November 2025]).