Hyperthermie
Hyperthermie ist eine Überwärmung des Körpers gegen die Tendenz des Wärmeregulationszentrums. Im Gegensatz zum Fieber ist sie nicht durch Pyrogene ausgelöst und spricht daher nicht auf fiebersenkende Medikamente an.
Eine Sonderform ist die Maligne Hyperthermie, bei der die erhöhte Körpertemperatur als schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung und auch beim Konsum von bestimmten Drogen (z. B. Ecstasy) auftritt.
Sie kann auch im Rahmen seltener Syndrome wie z. B. dem Stüve-Wiedemann-Syndrom oder dem Crisponi-Syndrom auftreten.
Bei akutem Stress kann die Körpertemperatur ebenfalls etwas ansteigen. Dies wird als stressbedingte Hyperthermie bezeichnet. Im Gegensatz zum psychogenen Fieber, das bis auf 41 °C klettern kann, steigen die Temperaturen bei gewöhnlicher stressbedingter Hyperthermie in der Regel nicht über 37,5 °C. Dies wird als eine vorbereitende Reaktion des Körpers auf Bedrohung angesehen. Sozialer Stress, Neuheit, öffentliches Sprechen, Prüfungssituationen, praktisch jeder akute Stressor (Stressfaktor) kann das Symptom auslösen. Auch bei Tieren tritt das Phänomen auf.
Wie genau emotionaler Stress das Wärmeregulationszentrum im Hypothalamus aktiviert, ist noch unklar. Auch hierbei wirken fiebersenkende Medikamente (z. B. Ibuprofen) nicht. Das angstlösende Benzodiazepin Diazepam (soll nicht dauerhaft gegeben werden) jedoch senkt die stressbedingte Überwärmung. Ähnlich wirken andere angstlösende Medikamente (z. B. SSRI). Die Gabe dieser Medikamente kann somit auch diagnostisch verwertet werden (Diagnosis ex juvantibus).
Bei chronischem Stress, der ebenfalls im Sinne einer Hyperthermie wirken kann, sollen Mikrogliazellen im Gehirn aktiviert werden. Diese wiederum schütten entzündungsfördernde Zytokine aus. Hier helfen Antidepressiva besser als angstlösende Medikamente. Beim Menschen wurde die Wirkung dieser Medikamente auf anhaltende leichte Hyperthermie nachgewiesen.