ICE 1

ICE 1
Nummerierung: Tz 101–120, 152–190
Anzahl: 58 Garnituren (gebaut 60)
Hersteller: AEG, ABB, Henschel, Krauss-Maffei, Krupp, Siemens u. a.
Baujahr(e): 1988–1993
Ausmusterung: 2036
Achsfolge: Bo’Bo’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+Bo’Bo’ (Zwölfwagenzug)
Bo’Bo’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+Bo’Bo’ (Neunwagenzug)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 358 m (zwei Triebköpfe und zwölf Mittelwagen)
279 m (zwei Triebköpfe und neun Mittelwagen)
Länge über Kupplung: 20560 mm (Triebkopf)
Breite: 3020 mm
Höhe: 3840 mm (Speisewagen: 4295 mm)
Leermasse: 782 t (Zwölf­wagenzug nach Redesign)
627 t (Neunwagenzug nach zweitem Redesign)
Reibungsmasse: 2 × 77–80 t
Radsatzfahrmasse: 20,0 t (Triebkopf)
Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h
Dauerleistung: 2 × 4790 kW
Leistungskennziffer: 11,3 kW/t (Zwölfwagenzug)
Anfahrzugkraft: 2 × 200 kN
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
Stromübertragung: Oberleitung
Fahrmotoren: 2 × 4
Antrieb: Hohlwelle
Kleinster Halbmesser: 150 m
Zugbeeinflussung: PZB90, LZB, ETCS und Integra-Signum
Steuerung: Original: Siemens SIBAS 16
Aktuell: ABB Bordline CC1500 AC
Sitzplätze: 1. Kl./2. Kl./gesamt
1. Redesign (12 Wagen):
197/506/703
2. Redesign (9 Wagen):
110/393/503
Fußbodenhöhe: 1226 mm über SO (nach Verstärkung der Hauptquerträger)

Die ICE 1 sind die ersten in Serie gebauten Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland und die erste von inzwischen sieben Bauarten von Intercity-Express-Triebzügen. Die seit 1991 im Fahrgastbetrieb mit bis zu 280 km/h eingesetzten Triebzüge werden planmäßig aus zwei Triebköpfen (Baureihe 401) und bis zu 14 Mittelwagen der Baureihen 801 bis 804 gebildet. Bis Ende 2020 und ab 2025 wurden letztere vereinzelt mit Triebköpfen des ICE 2 (Baureihe 402) kombiniert.

Die Triebzüge erreichten eine Länge von bis zu 411 Metern und waren damit die längsten ICE-Einheiten. Da die Triebzüge länger als 200 m sind, passen zwei ICE1 nicht an einen 400-m-Bahnsteig. Deshalb war schon bei der Entwicklung der Züge eine Doppeltraktion und Flügelung im späteren Betrieb nicht vorgesehen. Daraus ergibt sich unter anderem, dass die Triebköpfe nur mit einer mechanischen Notkupplung ausgerüstet sind und sich somit weder elektrisch noch steuerungstechnisch untereinander oder mit anderen ICE-Einheiten oder Lokomotiven kuppeln lassen.

Von den 60 in den frühen 1990er Jahren in Betrieb gesetzten Zügen wurde eine Einheit beim Eisenbahnunfall von Eschede am 3. Juni 1998 weitgehend zerstört. Die verbliebenen 59 Einheiten wurden zwischen 2005 und 2008 technisch erneuert und optisch modernisiert.

Nach dem Eisenbahnunfall im Landrückentunnel am 26. April 2008 wurde der Triebzug 111 Nürnberg vorübergehend aufgelöst und die Anzahl der im Einsatz befindlichen Einheiten auf 58 reduziert. 2013 wurde die Einheit 109 Aschaffenburg nach Verschrottung von drei Mittelwagen dauerhaft aufgelöst. Seither stehen insgesamt 58 Triebzüge mit je zwölf Wagen, neun Reservewagen sowie drei Reservetriebköpfe zur Verfügung.

Eine weitere Modernisierung wurde 2019 begonnen und soll bis 2026 dauern. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „Lebensdauerverlängerung“ (LDV), bei der wichtige technische Komponenten erneuert und die Triebzüge auf neun Mittelwagen gekürzt werden, ebenso wird die Ausstattung erneut teilweise modernisiert.

  1. Stuttgarter Zeitung: Fernzüge der DB: Der ICE 5 bleibt vorerst ein Wunschtraum. Abgerufen am 9. November 2025.
  2. 1 2 Modernisierung des ICE 1 für den Betrieb bis 2030. Abgerufen am 15. Mai 2024 (deutsch).
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  4. Heinz Kurz: 15 Jahre ICE. Teil 1: Vom Intercity-Experimental zum ICE 1. In: Eisenbahn-Kurier. 4, Nr. 403, April 2006, ISSN 0170-5288, S. 58–63.
  5. https://download-data.deutschebahn.com/static/datasets/fahrzeuglexikon/Fahrzeuglexikon_2020.pdf
  6. 1 2 Marcus Grahnert: ICE Triebköpfe und Mittelwagen. In: grahnert.de. Abgerufen am 17. Juli 2023.
  7. 1 2 Deutsche Bahn: Fahrzeuglexikon für den Fernverkehr. Juni 2021, archiviert vom Original am 1. Januar 2022; abgerufen am 28. Juli 2024 (deutsch).
  8. Die TSI legt die Bahnsteiglänge der Klasse P1 auf 400m fest, Verordnung (EU) Nr. 1299/2014 der Kommission vom 18. November 2014 über die technische Spezifikation für die Interoperabilität des Teilsystems Infrastruktur des Eisenbahnsystems in der Europäischen Union (Text von Bedeutung für den EWR)Text von Bedeutung für den EWR. 28. September 2023 (europa.eu [abgerufen am 19. Mai 2025] Abschnitt 4.2.1).
  9. Die DB-Flotte. In: mobil. Nr. 3, März 2020, ISSN 0949-586X, ZDB-ID 1221702-5, S. 98.
  10. Thomas Wüpper: Fernzüge der DB. Der ICE 5 bleibt vorerst ein Wunschtraum. In: Stuttgarter Zeitung. 20. Januar 2025, abgerufen am 28. Januar 2025.