Italienisch-Türkischer Krieg

Italienisch-Türkischer Krieg (1911–1912)

Der Italienisch-Türkische Krieg im Mittelmeer 1911–1912
Datum 29. September 1911 bis 18. Oktober 1912
Ort Tripolitanien, Cyrenaica, Ägäisches Meer, Östliches Mittelmeer, Rotes Meer, Tihama von Jemen
Ausgang Italienischer Sieg
Friedensschluss Frieden von Ouchy
Territoriale Änderungen Tripolitanien (einschließlich Fezzan) und Cyrenaica werden italienische Protektorate, Besetzung des Dodekanes durch Italien, Besetzung von Sollum durch Ägypten
Folgen Widerstand der libyschen Bevölkerung gegen die italienische Besatzung (bis 1918 mit osmanischer Unterstützung)
Konfliktparteien
Italien 1861 Königreich Italien

Imamat Asir (Idrisiden)

Osmanisches Reich 1844 Osmanisches Reich


Senussi-Orden
Befehlshaber

Italien 1861 Generalleutnant Carlo Caneva
(Oberbefehlshaber)
Italien 1861 Generalleutnant Guglielmo Pecori Giraldi
Italien 1861 Generalleutnant Ottavio Briccola
Italien 1861 Generalleutnant Felice de Chaurand
Italien 1861 Generalleutnant Ferruccio Trombi
Italien 1861 Vizeadmiral Augusto Aubry
Italien 1861 Vizeadmiral Luigi Farvelli

Tripolitanien:
Osmanisches Reich 1844 Oberst Neschat Bey
(Oberbefehlshaber)
Osmanisches Reich 1844 Major Ali Fethi Bey
Osmanisches Reich 1844 Talaat Bey
Osmanisches Reich 1844 Major Nasmi Bey
Osmanisches Reich 1844 Major Mehmed Musa Bey
Osmanisches Reich 1844 Halil Bey
Osmanisches Reich 1844 Oberstleutnant Muheddin Bey
Osmanisches Reich 1844 Major Mehmed Schefik Bey

Cyrenaica:
Osmanisches Reich 1844 Major Enver Bey
(Oberbefehlshaber)
Osmanisches Reich 1844 Major Aziz Ali Bey al-Misri
Osmanisches Reich 1844 Major Abd el-Kader Bey
Osmanisches Reich 1844 Generalmajor Edhem Pascha
Osmanisches Reich 1844 Major Mustafa Kemal Bey
Osmanisches Reich 1844 Schakir Bey

Der Italienisch-Türkische Krieg, Osmanisch-Italienische Krieg oder Tripolitanienkrieg (seltener Tripoliskrieg, italienisch Guerra di Libia ‚Libyenkrieg‘; türkisch Trablusgarp Savaşı ‚Tripolitanienkrieg‘) war ein militärischer Konflikt zwischen dem Königreich Italien und dem Osmanischen Reich, der vor allem im Mittelmeer und in Nordafrika ausgetragen wurde. Er begann mit der italienischen Kriegserklärung am 29. September 1911 und endete mit dem Frieden von Ouchy am 18. Oktober 1912. In ihm trat das Osmanische Reich Tripolitanien, die Cyrenaika und den Dodekanes an Italien ab.

Der Krieg gilt als wesentliche Eskalationsstufe auf dem Weg in den Ersten Weltkrieg. Die Schwächung des Osmanischen Reichs entfremdete Italien seinen bisherigen Partnern im Dreibund, denn das Deutsche Kaiserreich betrachtete die Türkei als Partner und Österreich-Ungarns Lage wurde durch die Ergebnisse der Balkankriege erschwert, zu denen sich Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro durch den absehbaren italienischen Sieg ermutigt sahen. Die Annäherung Italiens an die Triple Entente brachte das bis dahin herrschende geopolitische Gleichgewicht der Großmächte in Europa erheblich ins Wanken. Sie ließen sich zunehmend in regionale Konflikte hineinziehen, statt diese einzudämmen.