Königreich Gera
Das Königreich Gera war eines von mehreren Königreichen, die sich im 19. Jahrhundert in der Region Gibe im heutigen Äthiopien bildeten.
Im Norden wurde es von Gumma und im Osten von Gomma begrenzt. Im Süden bildete der Fluss Gojeb eine natürliche Grenze zu Kaffa. Die Hauptstadt hieß Chala (auch Cira). Das Gebiet entspricht in etwa der heutigen Woreda Gera.
Dieses ehemalige Königreich befand sich in einem Becken und war von sanftem Hügelland umgeben. In den nördlichen Hügeln lagen ausgedehnte Sümpfe. Im Jahr 1880 belief sich die Bevölkerung auf etwa 15.000 bis 16.000 Menschen. Der Anbau und die Ernte von Mais erfolgte in Gera zu anderen Zeiten als in den übrigen Gibe Königreichen. Während jene im Februar pflanzten und im Juli ernteten, geschah dies in Gera im April und August. Mohammed Hassen fügt hinzu, dass Gera ein Land reich an Honig war und noch immer ist und den Ruf des feinsten Honigs in Äthiopien besaß. Hassen zählt acht verschiedene Honigarten, wobei der beste der Ebichaa („dunkle“) Honig war aus dem für den Adel und Würdenträger der Gibe Region Tej (dadhi) erzeugt wurde. Hassen glaubt, dass dieser „schmackhafte und angesehene Ebichaa ein königliches Monopol darstellte.“
In Gera befindet sich auch der Mount Ijersa, ein heiliger Berg der Oromo. Im Glauben der Oromo, wird Gott am Jüngsten Gericht dort seinen Platz einnehmen.
- ↑ Charles F. Beckingham, George W. B. Huntingford (Hrsg.): Some records of Ethiopia 1593–1646. Being extracts from The history of high Ethiopia or Arbassia by Manoel de Almeida. Together with Bahrey's History of the Galla (= Works issued by the Hakluyt Society. Ser. 2, Bd. 107, ISSN 0072-9396). Hakluyt Society, London 1954, S. lxxix.
- ↑ Mohammed Hassen: The Oromo of Ethiopia. A History, 1570–1860. 1st American edition. Red Sea Press, Trenton NJ 1994, ISBN 0-932415-94-6, S. 117.
- ↑ George W. B. Huntingford: The Galla of Ethiopia. The Kingdoms of Kafa and Janjero (= Ethnographic survey of Africa. North Eastern Africa. Bd. 2, ZDB-ID 446768-1). International African Institute, London 1955, S. 82.