Kommunistische Partei Österreichs

Kommunistische Partei Österreichs
Parteivorsitzender Günther Hopfgartner (statutarischer Vorsitzender)
Bundessprecher Tobias Schweiger
Generalsekretärin Sarah Pansy (Organisationssekretärin)
Gründung 3. November 1918
Gründungsort Wien
Hauptsitz Drechslergasse 42,
1140 Wien
Jugendorganisation Junge Linke (Jugend)
Kommunistische Jugend Österreichs (Jugend)

Kommunistischer Student_innenverband – Linke Liste Kurzbezeichnung KSV-LiLi (Studierende)
Kommunistischer Studierendenverband auch KSV-KJÖ (Studierende)

Nationalratsmandate
0/183
Bundesratsmandate
0/60
Sitze in Landtagen
6/440
Staatliche Zuschüsse 2,2 Millionen Euro (2023)
Mitgliederzahl 2.500 (Stand April 2025)
Mindestalter 16 Jahre
Ausrichtung Kommunismus
Sozialismus
Antifaschismus
Feminismus
Antikapitalismus
Leninismus
Linksextremismus
historisch:
Bolschewismus
Stalinismus
Marxismus-Leninismus
Internationale Verbindungen Internationales Treffen Kommunistischer und Arbeiterparteien
Sitze im Europäischen Parlament
0/20
Europapartei Europäische Linke (EL)
Farbe Rot
Website kpoe.at

Die Kommunistische Partei Österreichs (kurz KPÖ, bis 1920 Kommunistische Partei Deutschösterreichs, kurz KPDÖ) ist eine am 3. November 1918 gegründete österreichische Kleinpartei, die zu den ältesten kommunistischen Parteien weltweit zählt. Auf Bundesebene war sie bisher nur zwischen 1945 und 1959 im Nationalrat vertreten. Auf Länderebene ist sie seit 2005 in der Steiermark und seit 2023 in Salzburg vertreten.

Die Partei unternahm in den Jahren 1918/19 mehrere gewaltsame Putschversuche gegen die Erste Republik, die teilweise von der ungarischen Räterepublik unterstützt wurden. Ab 1924 orientierte sich die KPÖ an der bolschewistischen Ideologie der sowjetischen Kommunisten. Als stalinistische Partei war die KPÖ während der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur (1933–1938) eine bedeutende und während des NS-Regimes (1938–1945) die bedeutendste antifaschistische Widerstandskraft in Österreich. In der unmittelbaren Nachkriegszeit verfolgte sie für Österreich das politische Ziel einer sozialistischen Volksdemokratie nach dem Vorbild von Stalins Sowjetunion. In diesem Zusammenhang ist auch ihr Bestreben zu sehen, analog zur Entwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland auch in Österreich eine zentralistisch geführte Wohlfahrtsorganisation namens „Volkssolidarität“ mit Orts-, Landes- und Zentralausschüssen ins Leben zu rufen.

Nach den Revolutionen im Jahr 1989 gegen die kommunistischen Diktaturen im Ostblock distanzierte sich die KPÖ 1994 erstmals offiziell vom Stalinismus. Die gegenwärtige KPÖ strebt laut ihrem Parteistatut von 2017 einen „Sozialismus demokratischen Charakters mit dem Ziel einer klassenlosen Gesellschaft“ an und spricht von einer besonders kritischen Aufarbeitung ihrer Parteigeschichte. Dieser Einschätzung wird allerdings von Historikern und Politikwissenschaftlern aus der Kommunismus- und Extremismusforschung entschieden widersprochen, und die Vergangenheitsbewältigung der KPÖ als „in weiten Teilen defizitär“ oder „unzureichend“ beurteilt, und die Partei zumindest in Teilen weiterhin als „leninistisch“ oder „linksextrem“ eingestuft. Im Fokus der Kritik steht dabei vor allem die KPÖ Steiermark, der von Experten ihre positive Bezugnahme auf den bolschewistischen Partei- und Staatsführer Wladimir Lenin im Parteiprogramm sowie ein unkritisches Verhältnis zum jugoslawischen Diktator Josip Broz Tito vorgeworfen werden (vgl. den Abschnitt Beurteilung der Parteiausrichtung).

  1. https://citizen.bmi.gv.at/at.gv.bmi.fnsweb-p/par/public/api/Registerauszug_500029.pdf?applID=8440a68a-22b5-43f8-98c5-942648117d55
  2. Der Weg zum Parteitag – Gespräch mit Günther Hopfgartner. 19. Mai 2025, abgerufen am 18. November 2025 (österreichisches Deutsch).
  3. Günther Hopfgartner:»Solidarität ist unsere Aufgabe.« Oktober 2025, abgerufen am 10. Februar 2026 (österreichisches Deutsch).
  4. Parteienförderung erhöhte sich 2023 auf 237 Millionen Euro. In: Der Standard. 10. April 2022, abgerufen am 27. November 2022 (österreichisches Deutsch).
  5. Die KPÖ – eine Partei wie keine andere? April 2025, abgerufen am 7. März 2026.
  6. Statut der KPÖ. 19. Oktober 2025, abgerufen am 18. November 2025 (österreichisches Deutsch).
  7. Quellen:
    • Barbara Stelzl-Marx: Wir haben noch viel aus der Geschichte zu lernen. In: Kronen Zeitung. 17. März 2024;
    • Susanne Mauthner-Weber, Manuela Eber: Die Geschichte der KPÖ: Zwischen Lenin und Caritas. In: Kurier. 23. März 2024;
    • Susanne Mauthner-Weber, Manuela Eber: Rote Gefahr, oder was? In: Kurier. 2. Oktober 2021.
  8. Anton Pelinka: KPÖ: Positioniert euch! In: Die Zeit, Nr. 14/2024, 30. März 2024 (online).
  9. Quellen:
    • Florian Hartleb: Extremismus in Österreich. In: Eckhart Jesse, Tom Thieme (Hrsg.): Extremismus in den EU-Staaten. VS Verlag, Wiesbaden 2011, S. 265–282, hier S. 276;
    • Armin Pfahl-Traughber: Linksextremismus in Deutschland. Eine kritische Bestandsaufnahme. 2. aktualisierte Auflage, Springer Verlag, Wiesbaden 2020, S. 214.
  10. VS Volkssolidarität Zentralausschuss Österreich (Hrsg.) (1945): Die Volkssolidarität. Zeitschrift (für 50 Pfennige) vom 17. Juni 1945. Herausgegeben für die Kommunistische Partei Österreichs von Josef Kohl, für die Sozialistische Partei Österreichs von Frieda Nödl, und für die Österreichische Volkspartei von Bruno Schmitz.) Wien: Albrecht-Dürer-Druck KG (damals Strozzigasse 8). Archivdokument der Deutschen Nationalbibliografie (online).