Kabbala
Die Kabbala (auch Kabbalah, hebräisch קַבָּלָה Qabbaláh), übersetzt „das Überlieferte“, ist in ihrem klassischen Verständnis eine kulturelle Ausdrucksform der mystischen Tradition des Judentums und bezeichnet sowohl bestimmte („kabbalistische“) überlieferte Lehren als auch bestimmte überlieferte Schriften. Sie steht in einer jahrhundertelangen mündlichen Überlieferung, deren Wurzeln sich in der Tora bzw. im Tanach, der Heiligen Schrift der jüdischen Religion, aber auch der frühen rabbinischen Literatur finden. Unabhängig von vielfältigen früheren Einflüssen entstand die klassische Kabbala Anfang des 13. Jahrhunderts in dem geographischen Raum der Provence und Okzitaniens mit dem Languedoc und Katalonien. Sie ist auch heute noch eine wichtige Strömung im Judentum.
- ↑ Gelegentlich auch hebräisch תורת הסוד Torat HaSod, bedeutet wörtlich „die Lehre des Geheimnisses“ oder „die Lehre des Geheimen“; s. Tzvi Freeman: Was ist Kabbala? Die Seele des Judentums. Jüdische Info, auf de.chabad.org
- ↑ Peter Schäfer: Die Ursprünge der jüdischen Mystik. Verlag der Weltreligionen/Insel, Berlin 2011, ISBN 978-3-458-71037-0, S. 15 f.
- ↑ Helmut Werner: Die Kabbala. Eine Textauswahl mit Einleitung, Bibliografie und Lexikon. Komet, Köln 2009, ISBN 3-89836-165-9, S. 9.
- ↑ Alfred Lehmann: Aberglaube und Zauberei von den ältesten Zeiten an bis in die Gegenwart. (2. Auflage 1908; 4. Auflage 1969) 5., unveränderte deutsche Auflage (Nach der 2., umgearbeiteten dänischen Auflage übersetzt und nach dem Tode des Verfassers bis in die Neuzeit ergänzt von Dominikus Peters I.) Aalen 1985; Neudruck Bindlach 1990, ISBN 3-8112-0698-2, S. 164.