Kindertransport

Als Kindertransport (auch „Refugee Children’s Movement“) wird international die Ausreise von über 10.000 jüdischen Kindern nach Erlass der Nürnberger Gesetze aus dem Deutschen Reich und aus von diesem bedrohten Ländern zwischen Ende November 1938 und dem 1. September 1939 nach Großbritannien, Belgien, Frankreich, Schweden u. a. bezeichnet. In Zügen und mit Schiffen konnten Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen, der Freien Stadt Danzig und der Tschechoslowakei ins Exil ausreisen; die meisten sahen ihre Eltern nie wieder. Oftmals waren sie die einzigen aus ihren Familien, die den Holocaust überlebten.

  1. Zu den weniger bekannten Kindertransporten nach Frankreich siehe: USHMM-Collections: Gisela Edel and another boy stand outside the entrance to Chateau de la Guette & Laura Hobson Faure: Jewish Child Refugees from Central Europe in France and the United States: Transnational Perspectives on their Care, 1938–1945, in: Joanna Beata Michlic, Anna Ullrich, Yuliya Saal (Hrsg.): Childhood during war and genocide. Agency, survival, and representation, Wallstein-Verlag, Göttingen 2024, ISBN 978-3-8353-5599-6, S. 131–149 (Online in der Wallstein Open Library)
  2. Erwin Lichtenstein: Die Juden der Freien Stadt Danzig unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. Mohr, Tübingen 1973, S. 103.
  3. Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages: Kindertransporte nach Großbritannien (2008) (Memento vom 20. Dezember 2008 im Internet Archive) (PDF; 75 kB)