KZ Sachsenhausen
KZ Sachsenhausen in Deutschland |
Das KZ Sachsenhausen, Volltitel Konzentrationslager Sachsenhausen, amtliche Abkürzung KL Sachsenhausen, war ein im Sommer 1936 von Häftlingen aus Emslandlagern eingerichtetes nationalsozialistisches Konzentrationslager. Es befand sich am Rand der Stadt Oranienburg nördlich von Berlin. Es ist weder örtlich noch zeitlich identisch mit dem KZ Oranienburg, das 1933/34 in Oranienburg in der Nähe des Stadtzentrums bestand. Der namensgebende Ort Sachsenhausen liegt in der Nähe des Lagergeländes, Konzentrationslager und Speziallager befanden sich jedoch zum Teil auf dem Gebiet des Ortsteils Sandhausen der Stadt Oranienburg, zum Teil auf Gelände des Staatsforstes Sachsenhausen.
Durch die Nähe zu Berlin und damit auch zur Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße hatte das KZ Sachsenhausen eine Sonderrolle im KZ-System. Ein großes SS-Kontingent war hier stationiert. Das dem Lager angegliederte Truppenlager diente auch als Ausbildungsort für die SS-Totenkopfverbände. Insgesamt waren im Hauptlager und den ca. 80 Außenlagern nebst 12 Baubrigaden zu verschiedenen Zeiten ca. 177.000 Häftlinge aus über 40 Nationen inhaftiert. Einschließlich der zur Ermordung dorthin gebrachten Menschen ist von einer Zahl von ca. 190.000 Gefangenen auszugehen. Allein im September/Oktober 1941 wurden in einer Genickschussanlage über 10.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordet. Die Gesamtzahl der Toten des KZ Sachsenhausen einschließlich Außenlager wird auf mindestens 40.000 geschätzt.
Seit den 1960er Jahren befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen KZs die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, die stetig ausgebaut wurde. Die Einrichtung versteht sich als Gedenk- und Lernort sowie als modernes zeithistorisches Museum. Sie folgt einem dezentralen Gesamtkonzept, um dem Besucher die Geschichte an den authentischen Orten erlebbar zu machen. In verschiedenen Ausstellungen wird die konkrete Geschichte des jeweiligen historischen Ortes als Leitidee mit einer darüber hinaus weisenden thematischen Darstellung verknüpft.
Der Teil des Geländes, der als Kaserne der Schutzstaffel (SS) diente, wird heute von der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg als Ausbildungsstätte genutzt.
- ↑ Hermann Kaienburg: Der Militär- und Wirtschaftskomplex der SS im KZ-Standort Sachsenhausen-Oranienburg. Berlin 2006, ISBN 3-938690-03-8, S. 129 (Dort ist die Baugeschichte des SS-Komplexes ausführlich beschrieben.).
- ↑ Hermann Kaienburg: Das Konzentrationslager Sachsenhausen 1936-1945. Zentrallager des KZ-Systems. Berlin 2021, ISBN 978-3-86331-548-1, S. 106 (Häufig noch genannte ältere Angaben zur Zahl der Insassen - z.B. 200.000 - sind überholt. - Das über 700 Seiten umfassende Werk Kaienburgs gilt inzwischen vielfach als Standardwerk zur Geschichte des KZ Sachsenhausen; vgl. die Rezension von Janine Fubel in: H-Soz-Kult, 27.10.2023, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-97063.).
- ↑ Hermann Kaienburg: Das Konzentrationslager Sachsenhausen 1936-1945. Zentrallager des KZ-Systems. Berlin 2021, ISBN 978-3-86331-548-1, S. 499.
- ↑ Rainer Speer: Grußwort Finanzminister, Seite 5. Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg, 4. November 2006, abgerufen am 17. August 2025.