Kosmogonie

Kosmogonie (griechisch κοσμογονία kosmogonía „Weltzeugung“; auch κοσμογένεια kosmogéneia Kosmogenie) bezeichnet spekulative Vorstellungen zur Entstehung der Welt bzw. des Kosmos (altgriechisch für „Ordnung“). Sie legen die Weltentstehung entweder auf mythische Weise dar oder unternehmen Versuche, diesen Vorgang rational zu erklären. Kosmogonische Mythen sind in der Regel uralter Herkunft und werden nicht selten bis heute geglaubt. Sie geben durch göttliches Wirken eine religiöse Erklärung der Welt und ihrer vermeintlichen Ordnung. Kosmogonische Theorien hingegen beruhen auf Ergebnissen der Philosophie und der Kosmologie.

Unter Kosmologie versteht man heute vorwiegend jene Naturwissenschaft, die im Rahmen der Physik und der Astronomie die Struktur des Weltalls und deren Entwicklung erforscht, insbesondere auch die Entstehung der Materie. Die Kosmogonie als Teildisziplin behandelt speziell den Anfang des Weltalls aus einer energetischen Singularität. Die Kosmologie untersucht zudem die weitere Entwicklung des raumzeitlichen Gefüges bis hin zu dessen Stillstand oder Rückkehr zu einer Singularität (Steady-State-, Urknall- und Zykel-Theorien).

Kosmogonie und Kosmologie sind jedoch im Allgemeinen keine klar voneinander abgegrenzten Begriffe; sie werden sowohl in mythischen als auch in philosophischen Zusammenhängen oft anders verwendet.

In diesem Artikel geht es hauptsächlich um Mythologie. Religiöse Mythen vom Ursprung der Welt behandelt auch der Artikel Schöpfung.