Krankheitseinsicht
Krankheitseinsicht ist ein in der Medizin verwendeter Begriff und beschreibt das Wissen und die Überzeugung, krank zu sein (entsprechend einer medizinischen Diagnose, also nicht wegen eingebildeter Krankheit oder Hypochondrie). Er wird überwiegend aus ärztlicher Perspektive gebraucht und kommt vornehmlich in der Psychiatrie und bei neurologischen Erkrankungen (sowie in Folge neurologisch relevanter Verletzungen) zur Anwendung. Bei diesem Begriff handelt es sich um ein Konstrukt, das u. a. stark von fachmedizinischen und gesellschaftspolitischen Vorstellungen und Normen geprägt ist.
Meist werden durch diesen Begriff Zweifel daran zum Ausdruck gebracht, dass ein Patient die ihm mitgeteilten ärztlichen Einschätzungen verstanden hat oder genügend Leidensdruck empfindet und sich den daraus folgenden ärztlicherseits für sinnvoll oder notwendig erachteten Therapie-Empfehlungen anschließt.
Bei einer krankheits- oder verletzungsbedingten Veränderung der Wahrnehmung (oder Selbstwahrnehmung), mit Auswirkungen auf die individuelle Krankheitseinsicht, kann eine Anosognosie die Ursache sein.
- ↑ Dorsch. Lexikon der Psychologie. Anosognosie. Hogrefe Verlag, abgerufen am 29. August 2025