Lab
Lab (auch Kälberlab) ist ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, welches aus dem Labmagen (genannt auch Käsemagen) junger Wiederkäuer im milchtrinkenden Alter gewonnen und zum Ausfällen der Milchproteine bei der Herstellung von Käse genutzt wird.
Vor allem Chymosin dient natürlicherweise dazu, die Muttermilch durch Eindicken verdaubar zu machen. Manche Säugetiere produzieren im Magen Chymosin oder andere Enzyme, um das Milchprotein – Kasein – im Magen auszufällen und damit verdaubar zu machen.
Jeder Käse, der mittels Süßmilchgerinnung (daher die Bezeichnung Süßmilchkäse) erzeugt wird, benötigt Lab oder Labaustauschstoff als Zusatzstoff zur Koagulation (Gerinnung) der Milch. Nahezu alle bekannten Hart- und Schnittkäsearten kommen aus der Süßmilchgerinnung. Auch Frischkäse, der zwar typischerweise durch Sauermilchgerinnung unter Zuhilfenahme von Milchsäurebakterien aus Quark oder Joghurt hergestellt wird, kann Lab enthalten.
Die Eigenschaft des Labs, das Milchprotein Kasein so zu spalten, dass die Milch zur Dickmilch eindickt, ohne sauer zu werden, wurde schon im Altertum erkannt und für die Käseproduktion nutzbar gemacht. Zum Beispiel rühmt Aristoteles das Lab von jungen Hirschen oder Rehen als besonders wirksam.
- ↑ A. Kumar, S. Grover, J. Sharma, V. K. Batish: Chymosin and other milk coagulants: sources and biotechnological interventions. In: Critical reviews in biotechnology. Band 30, Nummer 4, Dezember 2010, S. 243–258, ISSN 1549-7801. doi:10.3109/07388551.2010.483459. PMID 20524840.
- ↑ G. Bittante, M. Penasa, A. Cecchinato: Invited review: Genetics and modeling of milk coagulation properties. In: Journal of dairy science. Band 95, Nummer 12, Dezember 2012, S. 6843–6870, ISSN 1525-3198. doi:10.3168/jds.2012-5507. PMID 23021752.
- ↑ Käselab ( vom 21. Februar 2015 im Internet Archive), kaeseseite.de