Das Lied der Deutschen
Das Lied der Deutschen, auch Deutschlandlied genannt, wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf Helgoland gedichtet. Seine dritte Strophe ist der Text der deutschen Nationalhymne.
Der konkrete Anlass für Hoffmann, das Lied zu verfassen, waren französische Gebietsansprüche auf das Rheinland in der Rheinkrise. Diese Ansprüche wies er mit dem Lied zurück, wie es auch mit anderen deutschen Rheinliedern dieser Zeit geschah. Er ergänzte dies mit weiteren Gedanken, vor allem mit dem der deutschen Einigkeit, die allein die Voraussetzung für Abwehr feindlicher Angriffe jeder Größenordnung bieten könne (erste Strophe). Der Dichter schuf sein Werk ausdrücklich zur Melodie der alten Kaiserhymne Gott erhalte Franz, den Kaiser von Joseph Haydn (1797). Das Lied entstand auf einer Reise Hoffmanns auf die Insel Helgoland, damals britische Kronkolonie. Für lange Zeit war es eines der vielen Lieder der deutschen Nationalbewegung.
Größere Bedeutung erlangte das Lied im Ersten Weltkrieg, als der Mythos von Langemarck entstand. In der Weimarer Republik wurde das Deutschlandlied mit allen drei Strophen auf Veranlassung des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert zur offiziellen Nationalhymne Deutschlands bestimmt.
Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg entstand zusätzlich eine „vierte Strophe“. Diese wurde nie Bestandteil der Nationalhymne. Sie fand unter anderem Aufnahme in der Weltkriegs-Liedersammlung (1926), im Liederbuch der Deutschen Kriegsmarine (1927) und im Schlesier-Liederbuch (1936). Der als Verfasser genannte Albert Matthäi schrieb diese Strophe unter dem Eindruck der Versailler Friedensverträge, die für Deutschland harte Sanktionen wie Gebietsabtretungen und hohe Reparationszahlungen mit sich brachten. Sie wurde bis in die 1930er Jahre in Frontkämpferverbänden wie dem „Stahlhelm“ und unter Deutschnationalen gesungen.
Zur Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) wurde nur die erste Strophe gesungen, auf die stets das Horst-Wessel-Lied folgte.
Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg kam es zu Diskussionen über die weitere Verwendung des Liedes. 1952 entschied ein offizieller Briefwechsel zwischen Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) – der sich zunächst für eine neue Nationalhymne eingesetzt hatte – und Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) dahingehend, dass Das Lied der Deutschen insgesamt die Nationalhymne blieb, zu offiziellen Anlässen jedoch nur die dritte Strophe gesungen werden solle.
Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 nach einem weiteren Briefwechsel zwischen Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU) und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) die dritte Strophe zur Nationalhymne Deutschlands erklärt.
- ↑ Gott erhalte Franz den Kaiser ⋆ Volksliederarchiv (10.000 Lieder). 12. Februar 1797, abgerufen am 20. März 2022.
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