Malerschule (Kunstgeschichte)
Der Begriff Malerschule wurde in der Kunstgeschichte früher verwendet, um Maler einer bestimmten Zeit und/oder Region zusammenzufassen. Angenommen bzw. konstruiert wurde, dass die Maler aus einem gemeinsamen Ausbildungszusammenhang hervorgegangen seien, einem ähnlichen Kunststil folgen würden oder gemeinsam einem bestimmten Milieu bzw. einer "Kunstlandschaft" entstammten. Der Begriff – wie beispielsweise "Sieneser Schule", "Düsseldorfer Malerschule" oder "Kölner Malerschule" – war vor allem in den Anfängen der Kunstgeschichte üblich. Im Kunst-Blatt 1828 hieß es dazu: „Wir verstehen, von Alters her, unter diesem Worte, in seiner Beziehung auf Maler und Bilder, daß diejenigen von einer Schule sind, die einen gewissen Charakter und Typus von selbst gemeinschaftlich haben.“
Der Begriff wird im wissenschaftlichen Kontext heute nicht mehr verwendet, da mit ihm die vielfältigen Austauschprozesse mit anderen Städten und Regionen, die Mobilität der vormodernen Künstler und Künstlerinnen sowie von Wissen, objekt- und auftragsspezifische Besonderheiten sowie künstlerische Veränderungen und Innovationen nicht zu erfassen sind. Stattdessen behauptet der Begriff Schule zum Teil konstruierte Abhängigkeiten, vor allem hinsichtlich der Ausbildung und einer lokalen „Prägung“.
- ↑ vgl. Malerschule. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 180 S. 180
- ↑ Bereits 1837 beschreibt Friedrich von Uechtritz das Wirken des Malerkreises um Wilhelm von Schadow als „Düsseldorfer Schule“ (Blicke in das Düsseldorfer Kunst- und Künstlerleben. Erster Band. Düsseldorf, 1839, S. 21–22). Im gleichen Jahr folgen Carl Gustav Carus (Bemerkungen über die Bilder der Düsseldorfer Schule, ausgestellt in Dresden im Dezember 1836. Kunst-Blatt Nr. 28, 1837) und Anton Fahne, der den Begriff „Düsseldorfer Maler-Schule“ kreierte (Die Düsseldorfer Maler-Schule in den Jahren 1834, 1835 und 1836. Düsseldorf 1837, S. 30–31). 1839 verwendet Hermann Püttmann den Begriff „Düsseldorfer Malerschule“ ohne Bindestrich (Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit Errichtung des Kunstvereins im Jahre 1829. Leipzig 1839, S. 108).
- ↑ Z. B. Kölnische Malerschule. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11, Leipzig 1907, (S. 282)
- ↑ Siehe auch die Einträge zu den Malerschulen in Pierer’s Universal-Lexikon, Band 7, Altenburg 1859 (verschiedene Einträge)
- ↑ Kunst-Blatt Nr. 81 vom 9. Oktober 1828. Das Kunst-Blatt erschien als Beilage zum Morgenblatt für gebildete Stände.