Mosaicarum et Romanarum legum collatio

Mosaicarum et Romanarum legum collatio (in der rechtshistorischen Literatur meist Lex Dei, quam praecepit Dominus ad Moysen genannt, kurz: Lex Dei; übersetzt sinngemäß: Vergleich der alttestamentarischen und römischen Gesetze) ist der Titel eines anonymen spätantiken Rechtswerkes aus dem ausgehenden 4. Jahrhundert, möglicherweise sogar erst Anfang des 5. Jahrhunderts. Die Collatio ist dabei weniger Rechtsliteratur an sich, eher Synoptikum zahlreicher Bestimmungen zur älteren biblischen Überlieferung Mose, mithin eine religionspolitische Streitschrift.

Mehrere Faktoren sprechen für Rom als Entstehungsort; vermutlich wurde ein stadtrömisches Archiv benutzt. Das Werk gehört in die Zeit des nachklassischen Rechts. Inhalt des Werks sind vornehmlich Regeln zum Straf- und Privatstrafrecht, und bis zu seinem Abbruch das gesetzliche Erbrecht als privatrechtlicher Themenbereich.

  1. Theodor Mommsen: Collectio librorum iuris anteiustiniani. Band III. Berlin 1890, S. 107–198.
  2. Ulrich Manthe: Geschichte des römischen Rechts (= Beck’sche Reihe. Band 2132). Beck, München 2000, ISBN 3-406-44732-5. S. 115.
  3. Detlef Liebs: Die Jurisprudenz im spätantiken Italien (260-640 n.Chr.) (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge. Band 8). Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 162–174.
  4. Wolfgang Kaiser: Die Epitome Iuliani. Beiträge zum römischen Recht im frühen Mittelalter und zum byzantinischen Rechtsunterricht. Klostermann. Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-465-03297-7, S. 92–95, 123 f.; S. 154.
  5. Detlef Liebs: Rechtsliteratur. In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): Handbuch des Römischen Privatrechts. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5. Band I, S. 193–221, hier S. 215 f. (Rn. 50).
  6. Detlef Liebs: Die Jurisprudenz im spätantiken Italien (260-640 n.Chr.) (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge. Band 8). Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 165 f.; vgl. Coll. 5,3.