Nikolaj Velimirović
Nikolaj Velimirović (serbisch-kyrillisch Николај Велимировић * 23. Dezember 1880jul. / 4. Januar 1881greg. als Nikola Velimirović in Lelić, Fürstentum Serbien, Osmanisches Reich; † 18. März 1956 in South Canaan, Pennsylvania, Vereinigte Staaten) war der serbisch-orthodoxe Bischof von Žiča (1919–1921 und wieder ab 1934) und Ohrid (1921–1934). Er wurde am 19. Mai 2003 von der Serbisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
Velimirović gilt als einer der Mitbegründer der politischen Ideologie des serbischen „Nationalismus des heiligen Sava“. In seiner gleichnamigen Schrift (1935) pries er Adolf Hitler, verglich ihn hinsichtlich seiner Bedeutung mit dem heiligen Sava und lobte dessen Bestrebung zur Schaffung einer „deutschen Nationalkirche“. Velimirović gilt als einer der Inspiratoren der serbischen faschistischen ZBOR, die in Serbien während des Zweiten Weltkriegs mit Nazi-Deutschland kollaborierte, und war persönlicher Freund des Parteichefs und Faschistenführers Dimitrije Ljotić. Bis heute wird er häufig wegen seiner antisemitischen Positionen kritisiert. Um die wachsende religiöse Indifferenz in der serbischen Bevölkerung, die Aktivitäten der Adventisten und die Ausbreitung des Kommunismus zu bekämpfen, förderte Velimirović mit Billigung der Synode der serbisch-orthodoxen Kirche die Bogomoljci-Bewegung.
Einen der zentralen Punkte in Nikolajs Gedankenwelt bildet die Kritik des Humanismus, der europäischen Zivilisation, des materialistischen Geistes u. ä. in Europa, die er als großes Übel bezeichnete. Er war tief beeindruckt von der serbischen mittelalterlichen Geschichte zur Zeit der Nemanjić-Dynastie, die nach seiner Ansicht das Paradigma der serbischen Gegenwart werden sollte.
- ↑ Holm Sundhaussen: Bogomoljci. In: Conrad Clewing, Holm Sundhaussen (Hrsg.): Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Böhlau Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-205-78667-2, S. 175.
- 1 2 Slobodan Kostić: Sporno slovo u crkvenom kalendaru. Abgerufen am 12. Juni 2014.
- ↑ Nebojša Popov: Srpski populizam. Od marginalne do dominantne pojave. Vreme, Beograd 1993.
- ↑ Klaus Buchenau: Orthodoxie und Katholizismus in Jugoslawien 1945–1991. Ein serbisch-kroatischer Vergleich (= Band 40 von Balkanologische Veröffentlichungen Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin). Otto Harrassowitz Verlag, 2004, ISBN 978-3-447-04847-7, S. 75.
- ↑ Naličje kulta
- ↑ Nikolaj Velimirović. A Controversial Life. (PDF) Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. September 2013; abgerufen am 12. Juni 2014. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Nikolaj Velimirović apostol nacionalizma
- ↑ Holm Sundhaussen: Bogomoljci. In: Edgar Hösch, Karl Nehring, Holm Sundhaussen (Hrsg.): Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2004, ISBN 3-8252-8270-8, S. 174 f.
- 1 2 Zvezdan Folić: Kosovski mit u projekcijama srpske pravoslavne crkve. Abgerufen am 12. Juni 2014.