Ostfränkische Dialekte

Ostfränkisch

Gesprochen in

Bayern Bayern (Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken, westliche Oberpfalz)
Baden-Württemberg Baden-Württemberg (fränkisches Bauland, Hohenlohe, Tauberfranken)
Thüringen Thüringen (südlich des Rennsteigs)
Sachsen Sachsen (Vogtland)
Hessen Hessen (Osthessen)
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-3 vmf

Ostfränkisch ist eine Dialektgruppe im südöstlichen Übergangsbereich zwischen dem mitteldeutschen und oberdeutschen Sprachraum, wobei es in der Regel letzterer Gruppe zugerechnet wird. Das ostfränkische Sprachgebiet erstreckt sich von den Regionen fränkisches Bauland, Hohenlohe und Tauberfranken im nordöstlichen Baden-Württemberg über die bayerischen Regierungsbezirke Mittel-, Unter- und Oberfranken nach Südthüringen bis in den Übergangsbereich des sächsischen Vogtlands. In Hessen geht das in der Rhön gesprochene Osthessische ins Ostfränkische über. Vor der Vertreibung der Deutschböhmen nach dem Zweiten Weltkrieg reichte das ostfränkische Dialektgebiet bis in die heutige Tschechische Republik. Die ostfränkischen Dialekte lagen im althochdeutschen Zeitalter im fränkischen Sprachgebiet. Im Alltag werden die ostfränkischen Dialekte (auch nur in Bayern) schlicht Fränkisch (regional etwa „Fränggisch“) genannt.

  1. Peter Ernst: Deutsche Sprachgeschichte. 3. Aufl., Wien, 2021, S. 76: „Das Ostfränkische wird im Ahd. zum Mitteldeutschen gerechnet, im Mhd. zum Oberdeutschen.“
  2. Heinz Mettke: Mittelhochdeutsche Grammatik. 8. Aufl., Tübingen, 2000, S. 20: „Zum Oberdeutschen gehören das Bairische, das Alemannische und das Ostfränkische. […] Das Ostfränkische wird auf Grund der Verschiebung von /p/ > /pf/ im Mhd. zum Oberdeutschen gerechnet, im Ahd. dagegen zum Mitteldeutschen.“
  3. Helmut de Boor, Roswitha Wiesniewski: Mittelhochdeutsche Grammatik. 9. Aufl., Berlin u. New York, 1984, S. 19: „Die wichtigsten Mundarten des Mittelhochdeutschen sind: […] Westmitteldeutsch
    Mittelfränkisch (Ripuarisch und Moselfränkisch)
    Oberfränkisch (Rheinfränkisch u. Ostfränkisch)1)“, mit der Anmerkung: „1) Das Ostfränkische wird auf Grund des Konsonantenstandes (vgl. §§ [..]) auch häufig zum Oberdeutschen gerechnet.“
  4. Gabriele Graefen, Martina Liedke-Göbel: Germanistische Sprachwissenschaft: Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 3. Aufl., 2020, S. 31: „Die Gruppe der westoberdeutschen Dialekte umfasst verschiedene Dialekte des Alemannischen, die außer in Deutschland auch in der Schweiz gesprochen werden, u. a. Elsässisch und Schwäbisch, sowie das Süd- und Ostfränkische.“
  5. Markus Steinbach, Ruth Albert, Heiko Girnth, Annette Hohenberger, Bettina Kümmerling-Meibauer, Jörg Meibauer, Monika Rothweiler, Monika Schwarz-Friesel: Schnittstellen der germanistischen Linguistik. Metzler, Stuttgart/Weimar 2007, S. 197.
  6. Peter von Polenz: Geschichte der deutschen Sprache. 11. Aufl., überarbeitet von Norbert Richard Wolf. De Gruyter, Berlin/Boston 2020, S. 50.
  7. Ingo Reich, Augustin Speyer: Deutsche Sprachwissenschaft: Eine Einführung. Reclam, Ditzingen 2020, Kapitel 13.3 Ausprägungsebenen diatopischer Variation: „Auf der Karte […] werden grob einige Dialekträume unterschieden: der ostoberdeutsche, der das Bairische und, im Norden, das Ostfränkische beinhaltet, […].“
  8. SIL International: Mainfränkisch [vmf]
  9. Martin Droschke: Fränggisch für Exberdn. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 18. Dezember.