Prinz Adalbert (Schiff, 1877)

Prinz Adalbert
Gemälde von Carl Saltzmann
Schiffsdaten
Flagge Deutsches Reich Deutsches Reich
andere Schiffsnamen Sedan (1876–1878)
Schiffstyp Gedeckte Korvette
Klasse Leipzig-Klasse
Bauwerft AG Vulcan, Stettin
Baunummer 73
Stapellauf 17. Juni 1876
Indienststellung 28. August 1877
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 87,5 m (Lüa)
87,0 m (KWL)
Breite 14,0 m
Tiefgang (max.) 6,9 m
Verdrängung 3.980 t
Einsatz: 4.626 t
Vermessung 2627 BRT
1643 NRT
 
Besatzung 537 Mann
Maschinenanlage
Maschine 6 × Kofferkessel
1 × 3-Zyl.-Dampfmaschine
indizierte
Leistung
Vorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
6.050 PS (4.450 kW)
Höchst­geschwindigkeit 15,8 kn (29 km/h)
Propeller 1 × zweiflügelig ⌀ 6,0 m
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Segelfläche 2600 m²
Bewaffnung

Die Prinz Adalbert war eine Gedeckte Korvette, bzw. ab 1884 Kreuzerfregatte, der deutschen Kaiserlichen Marine, die 1877 in Stettin gebaut und 1907 in Rotterdam abgewrackt wurde. Ursprünglich nach der Schlacht von Sedan im Deutsch-Französischen Krieg Sedan getauft, wurde sie nach ihrer Fertigstellung 1878 in Prinz Adalbert umbenannt. Das Schiff war an zahlreichen Unternehmungen der deutschen Kolonialpolitik beteiligt sowie ein Instrument deutscher Kanonenbootpolitik. 1885 war sie das Flaggschiff des Ostafrikanischen Kreuzergeschwaders. Sie war das zweite und letzte Schiff der Leipzig-Klasse, zu der weiterhin noch das Typschiff Leipzig gehörte.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg startete die neu gegründete Kaiserliche Marine ein Expansionsprogramm zur Stärkung der Flotte. Die beiden Korvetten der Leipzig- Klasse wurden im Rahmen des Flottenplans von 1873 bestellt, der insgesamt zwanzig ungepanzerte Korvetten vorsah, von denen zwölf bereits in Betrieb oder im Bau waren. Die Schiffe sollten als Flottenaufklärer und auf ausgedehnten Einsatzfahrten in überseeischen Interessensgebieten des deutschen Kaiserreichs Dienst tun. Die Kiellegung der Prinz Adalbert war im November 1875, im Juni 1876 fand der Stapellauf statt und im August 1877 folgte die Indienststellung. Als Hauptbewaffnung verfügte das Schiff über eine Batterie von zwölf 17-cm-Ringkanonen und dazu über ein vollständiges Segelrigg, um die ebenfalls vorhandene Dampfmaschine auf langen Einsatzfahrten in Übersee zu ergänzen. Weiterhin wurden außerdem vier 35-cm-Torpedorohre installiert.

Die Prinz Adalbert unternahm während ihrer Karriere zwei Einsatzfahrten nach Übersee, die sie beide Male um den Planeten herum führten. Die erste ging von Ende 1878 bis Ende 1880 nach Ostasien. Mit an Bord befand sich Prinz Heinrich von Preußen, der Enkel des zu der Zeit amtierenden deutschen Kaisers als Teil seiner Marineausbildung. Bei der zweiten Reise von Ende 1883 bis Ende 1885 wurde die Route mehrfach geändert und die Prinz Adalbert umrundete für Einsätze in Ostasien, Südamerika und zeitweise als Flaggschiff des deutschen Kreuzergeschwaders in Ostafrika erneut den Planeten.

Nachdem die Prinz Adalbert nach Deutschland zurückgekehrt war, wurde sie in ein Schulschiff für Marinekadetten umgebaut aber bereits 1888 wegen ihres schlechten Zustands außer Dienst gestellt und bis 1907 als Hulk genutzt. Anschließend wurde sie verkauft und in Rotterdam verschrottet.

  1. deutsche-schutzgebiete.de