Quasispezies
Die als Quasispezies bezeichnete Theorie beschreibt qualitativ die Evolution eines geschlossenen Systems von selbstreproduzierenden Molekülen, z. B. RNA oder DNA. Sie wurde als Beitrag zur Suche nach dem Ursprung des Lebens konzipiert und überträgt Eckpfeiler der Darwin’schen Evolutionstheorie (phänotypische Variation und natürliche Selektion) auf die molekulare Ebene. Quantitative Aussagen sind im Rahmen dieser Theorie schwer zu machen, denn die Anfangsbedingungen sind in der Praxis nicht herzustellen oder nachzumessen. Es gibt aber auch Modelle, die die Evolution eines offenen Systems erklären.
Die Theorie wurde 1977 von Manfred Eigen und Peter Schuster vorgeschlagen, basierend auf einer Arbeit von Manfred Eigen aus dem Jahr 1971.
- ↑ Luis P. Villarreal, Günther Witzany: Rethinking quasispecies theory: From fittest type to cooperative consortia. In: World Journal of Biological Chemistry. Band 4, Nr. 4, 2013, S. 79–90. doi:10.4331/wjbc.v4.i4.79.
- ↑ Manfred Eigen und Peter Schuster: A principle of natural self-organization. Part A: Emergence of the hypercycle. In: Die Naturwissenschaften, Band 64, Nr. 11, 1977, S. 541–565, doi:10.1007/BF00450633.
- ↑ Manfred Eigen: Selforganization of Matter and the Evolution of Biological Macromolecules. In: Die Naturwissenschaften. Band 58, Nr. 10, 1971, S. 465–523, doi:10.1007/BF00623322.