Repräsentative Demokratie

Die Repräsentative Demokratie ist eine Herrschaftsform, in der politische Entscheidungen im Gegensatz zur Direkten Demokratie nicht unmittelbar durch das Volk selbst getroffen werden, sondern durch gewählte Repräsentanten. Seit Erfindung dieser Herrschaftsform ist das zentrale Element stets die Wahl der eigenen Regierung.

Die Regierenden werden meist in regelmäßigen Abständen gewählt (Legislaturperioden), dazwischen bleiben diese weitestgehend unabhängig von einer Kontrolle durch die Regierten, ohne imperatives Mandat. Die Entscheidungen der Regierung unterliegen aber der Überprüfung durch die Feuerprobe der öffentlichen Debatte, bspw. in Hinsicht auf abgegebene Wahlversprechen, mit dem Machtmittel für die Bevölkerung, die Regierung bei der nächsten Wahl nicht wiederzuwählen. In manchen Systemen ist statt regelmäßiger Wahlen aber auch eine ständige Abwahl möglich, bspw. in der Rätedemokratie.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Repräsentative Demokratie auch als Wahlaristokratie bezeichnet, da durch die Methode der Wahl viele Menschen von der aktiven Repräsentation ausgeschlossen werden. Dieses System ist eine Form der indirekten Demokratie oder mittelbaren Demokratie. Sofern die Volksvertretung ein Parlament ist, nennt man das System auch parlamentarische Demokratie. Davon zu unterscheiden ist das parlamentarische Regierungssystem.

  1. 1 2 Giovanni Sartori: Demokratietheorie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 978-3-534-11493-1, 5.6 Mitwirkungsdemokratie, S. 122 f. „Die repräsentative Demokratie läßt sich für unsere gegenwärtigen Zwecke einfach definieren als eine indirekte Demokratie, in der nicht das Volk selbst regiert, sondern von ihm gewählte Repräsentanten.“
  2. 1 2 Yves Sintomer: Das demokratische Experiment – Geschichte des Losverfahrens in der Politik von Athen bis heute. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-00730-0, S. 21 (292 S., französisch: Petite histoire de l'expérimentation démocratique – tirage au sort et politique d'Athènes à nos jours. Paris 2011. Übersetzt von Michael G. Esch, Sintomer bezieht sich hier auf Manin 2007).
  3. Johann Caspar Bluntschli: Allgemeines Staatsrecht. Verlag der literarisch-artistischen Anstalt, München 1852, OCLC 1198012584, Viertes Buch, Neuntes Capitel. B. Die repräsentative (moderne) Demokratie, S. 178 (717 S., Hervorhebung im Zitat gemäß Original): „[…] das aristokratische Element einer auserwählten Minderheit, durch eine Wahlaristokratie […]“
  4. Yves Sintomer: Das demokratische Experiment – Geschichte des Losverfahrens in der Politik von Athen bis heute. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-00730-0, S. 115.