Rheinfränkische Dialekte

Rheinfränkisch

Gesprochen in

Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Frankreich, Rumänien
Linguistische
Klassifikation

Rheinfränkisch im weiteren Sinne ist eine zusammenfassende Bezeichnung für folgende hochdeutsche Dialekte im Westmitteldeutschen:

In einem engeren Sinn postuliert es Peter Wiesinger, dessen Einteilung der deutschen Dialekte auf der strukturalistischen Analyse von deren Vokalsystemen basiert. Danach umfasst Rheinfränkisch im Wesentlichen den Raum Südhessen, Rheinhessen, Nordbaden und Pfalz und reicht damit in der Nord-Süd-Ausdehnung von Frankfurt am Rhein bis Karlsruhe, wobei an seinen Rändern (besonders im Westen) zum Teil breite Übergangszonen zu den Nachbarmundarten bestehen. In der Kutschurganer Kolonie in der Ukraine wurde südrheinfränkisch-vorderpfälzisch gesprochen. In der Gegend an der Newa in Russland wurde ein ostpfälzischer Dialekt aus dem Raum Mannheim-Schwetzingen sowie ein südrheinfränkisch aus dem Raum Wiesloch-Waibstadt-Mosbach gesprochen.

  1. Rudolf Post, langjähriger Bearbeiter erst des Pfälzischen Wörterbuchs und dann des Badischen Wörterbuchs, schreibt in seinem Überblickswerk Pfälzisch. Einführung in eine Sprachlandschaft (2. Auflage 1992) auf Seite 20: „Im Ostpfälzischen unterscheide ich anhand der eingebürgerten Ausdrücke ‘Kurpfalz’ und ‘Vorderpfalz’ das Kurpfälzische und das Vorderpfälzische. Hier fungiert keine Sprachlinie, sondern der Rhein als Trennlinie. Typisch kurpfälzische Spracheigenheiten sind ihr hedd „ihr habt“ und die Mehrzahlendung der Verkleinerungsform -lin, z. B. Schäflin, Blimmlin „Schäfchen, Blümchen“ (Mehrzahl).“ Zu den verschiedenen Mundarträumen des Pfälzischen siehe ebenda S. 21.
  2. Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte. In: Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke, Herbert Ernst Wiegand (Hrsg.): Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Band 1.2). Berlin / New York 1983, S. 807–900, hier S. 846–849 und Karte 47.4.
  3. Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte. In: Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung. Hrsg. von Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke und Herbert Ernst Wiegand. de Gruyter, Berlin / New York 1983, S. 926.
  4. Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte. In: Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung. Hrsg. von Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke und Herbert Ernst Wiegand. de Gruyter, Berlin / New York 1983, S. 925.