S-Bahn Mitteldeutschland

Liniennetz seit Dezember 2025
Staat Deutschland
Stadt Leipzig, Halle (Saale)
Verkehrs- /
Tarifverbund
Mitteldeutscher Verkehrsverbund (überwiegend),
VBB, VMS
Linien 12
Streckenlänge 850 km
Stationen 170
Fernbahnhöfe 7
Tunnelbahnhöfe 5
kleinste Taktfolge 30 min (S1–S5, S8); 60 min (andere)
Fahrgäste 90.000 (pro Werktag)
Bewohner im Einzugsbereich ca. 1,4 Mio.
Fahrzeuge 85 Bombardier Talent 2
6 Alstom Coradia A TER
Betreiber DB Regio Südost und Abellio Rail Mitteldeutschland
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz ~ (Oberleitung)

Die S-Bahn Mitteldeutschland ist ein schienengebundener Verkehrsträger des öffentlichen Personennahverkehrs im Ballungsraum Leipzig-Halle und stellt, gemessen an der Länge des Streckennetzes, das größte S-Bahn-Netz Deutschlands dar. Die Linienstruktur ist biradial auf die unterirdische Stammstrecke in der Leipziger Innenstadt und den Halleschen Hauptbahnhof ausgerichtet.

Das Netz der S-Bahn liegt in der Aufgabenträgerschaft des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) im Freistaat Sachsen sowie der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA), der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS) und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Betrieben wird es von DB Regio Südost, nur die Linie S7 wird durch Abellio Mitteldeutschland bedient. Zum Einsatz kommen hauptsächlich elektrische Triebzüge des Typs Bombardier Talent 2.

Halle (Saale) und Leipzig erhielten jeweils im Jahr 1969 einen S-Bahn-Betrieb, ursprünglich Stadtschnellbahn Halle (Saale) beziehungsweise Stadtschnellbahn Leipzig genannt. Die beiden Netze wurden 2004 durch eine neue S-Bahnlinie S10 verbunden und ab diesem Zeitpunkt als S-Bahn Leipzig–Halle bezeichnet. Bereits zuvor existierte zwischen beiden Städten ein S-Bahn-ähnlicher Schnellverkehr, allerdings bis zur Einführung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes ohne besonderen Tarif. Am 15. Dezember 2013 nahm schließlich die erste Betriebsstufe der S-Bahn Mitteldeutschland ihren Betrieb auf. Das Netz wurde dafür neu geordnet und erheblich vergrößert. Der zeitgleich eröffnete City-Tunnel Leipzig fungiert als Stammstreckentunnel und führt die Linien der S-Bahn erstmals direkt durch die Leipziger Innenstadt.

Im ersten Betriebsjahr nutzten etwa 55.000 Fahrgäste pro Tag die auf dem zu dieser Zeit rund 430 km langen Streckennetz verkehrenden Züge, davon allein 18.000 zwischen Leipzig und Halle. In den ersten beiden Betriebsjahren wurden jeweils rund 20 Millionen Fahrgäste gezählt, womit bereits zu diesem Zeitpunkt das der Verkehrsprognose des City-Tunnels zugrundeliegende Niveau erreicht wurde. Bis 2018 stieg die Anzahl der Fahrgäste auf 70.000 Nutzer pro Werktag bei einer Streckenlänge von 802 km und bis 2023 weiter auf ca. 90.000 Nutzer pro Werktag bei einer Streckenlänge von 780 km.

  1. 1 2 3 10 Jahre S-Bahn Mitteldeutschland und der City-Tunnel Leipzig. (PDF; 56 kB) Deutsche Bahn AG, Dezember 2023, S. 3, archiviert vom Original am 1. Juni 2025.
  2. S-Bahn Mitteldeutschland nimmt planmäßigen Betrieb auf. Deutsche Bahn AG, 15. Dezember 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2015.
  3. Michael Falgowski: Fahrgastzahlen: S-Bahn Halle-Leipzig in der Erfolgsspur. In: Mitteldeutsche Zeitung. 24. Dezember 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  4. Franziska Höhnl: Pendlerstrecke Halle-Leipzig sorgt für Unmut. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 30. Dezember 2015, S. 4.
  5. Andreas Tappert: Milliardenprojekt City-Tunnel ist eine Erfolgsstory. In: Leipziger Volkszeitung. 15. Dezember 2016, ISSN 0232-3222, S. 1.