Saccharolobus solfataricus

Saccharolobus solfataricus

EM-Aufnahme von auf einem Substrat fixierten Zellen von S. solfataricus

Systematik
Abteilung: Thermoproteota
Klasse: Thermoprotei
Ordnung: Sulfolobales
Familie: Sulfolobaceae
Gattung: Saccharolobus
Art: Saccharolobus solfataricus
Wissenschaftlicher Name
Saccharolobus solfataricus
(Zillig et al. 1980) Sakai & Kurosawa 2018

Saccharolobus solfataricus (früher Sulfolobus solfataricus) ist eine Art (Spezies) thermophiler (hitzeliebender) Archaeen aus der Klasse Thermoprotei im Reich Thermoproteati (alias TACK-Superphylum).

S. solfataricus wurde 1980 von den beiden deutschen Mikrobiologen Karl Stetter und Wolfram Zillig erstmals auf dem Vulkan Solfatara (Pisciarelli, Pozzuoli, Region Kampanien, Italien) entdeckt und isoliert. Diese Organismen sind jedoch nicht auf Vulkane beschränkt, sondern kommen in Umgebungen mit hoher Temperatur überall auf der Welt vor, insbesondere an heißen Quellen.

Die Art galt ursprünglich als Vertreter der Gattung Sulfolobus, wurde aber 2018 zusammen mit der Erstbeschreibung von Saccharolobus caldissimus aus dieser Gattung in die neue Gattung Saccharolobus überführt.

S. solfataricus gedeiht am besten bei Temperaturen um 80 °C, einem pH-Wert zwischen 2 und 4 und mit genügend Schwefel, den diese Organismen zur Energiegewinnung verstoffwechseln können. Diese Bedingungen qualifizieren sie als extremophil, und wegen ihrer Vorliebe für hohe Temperaturen und niedrige pH-Werte werden sie speziell als thermoacidophil (hitze- und säureliebend) bezeichnet. Aufgrund ihres Stoffwechselsystems ist die Spezies außerdem aerob und heterotroph. Als autotropher Organismus gewinnt sie Energie, indem sie auf Schwefel oder auch auf einer Vielzahl organischer Verbindungen wächst. Sie hat in der Regel eine kugelförmige (kokkoide) Zellform und bildet häufig Lappen.

S. solfataricus ist der am meisten untersuchte Organismus innerhalb des Phylums Thermoproteota (früher „Crenarchaeota“, Stand 2006). Die Spezies wurde und wird auf ihre Methoden der DNA-Replikation, des Lebenszyklus, der chromosomalen Integration, der Transkription, der RNA-Verarbeitung und der Translation untersucht. Die Daten deuten darauf hin, dass der Organismus einen hohen Prozentsatz an archaeenspezifischen Genen aufweist, was die Unterschiede zwischen den drei großen Gruppen von Mikroben zeigt: Archaeen, Bakterien und Mikroeukaryoten (Eukaryoten).