Sakralisierung

Als Sakralisierung (von „sakral“, lat. sacer, „heilig“) wird ein symbolischer, sozialer Zuschreibungsprozess bezeichnet, durch den eine Entität, also Personen, Dinge, Kollektive, Natur etc., normativ überhöht und als unverfügbare, durch nichts infrage zu stellende, dem menschlichen Handeln entzogene Instanz kommuniziert wird. Oft wird dieser wird durch einen solchen heiligenden Akt wie die Heiligsprechung oder eine Wallfahrt ein religiöser Sinn oder Zweck zugewiesen werden; meist wird ihre intensive affektive Verehrung normativ gefordert. Ein solcher heiligender Akt bzw. seine Wiederholung hat meist die Form einer Inszenierung bzw. eines (teils verschriftlichten) Rituals; es handelt sich um einen oder eine Folge von performativen Akten. Aber auch in nicht religiösen Kontexten erfolgen solche Zuschreibungen, z. B. bei Schwurverpflichtungen.

In der neuesten Zeit wurde die Bedeutung des Begriffs metaphorisch ausgeweitet; er wird heute auch für eine übertriebene, der Sache nicht angemessene Verehrung ursprünglich nichtreligiöser Phänomene und Instanzen gebraucht („Quasi-Sakralisierung“, vgl. auch „sakrosankt“).