Schienenverkehr in Großbritannien
Das Eisenbahnnetz in Großbritannien ist das älteste der Welt und umfasst auf der Insel Großbritannien insgesamt 15.849 km Normalspurstrecken (1435 mm), wovon 6130 km elektrifiziert sind. Nach der Eröffnung der ersten Strecke mit Personenverkehr im Jahr 1825 entstanden hunderte von Eisenbahngesellschaften, siehe Liste. Diese wurden 1923 aufgrund des Railways Act 1921 zu den vier großen Gesellschaften London, Midland and Scottish Railway (LMS), Great Western Railway (GWR), London and North Eastern Railway (LNER) und Southern Railway (SR) zusammenschlossen. 1948 erfolgte die Verstaatlichung der Eisenbahnen, die in die British Railways überführt wurden. Anschließend wurde das Streckennetz durch die Beeching-Cuts auf weniger als die Hälfte geschrumpft. Ab 1965 nannte sich die Staatsbahn British Rail. Zwischen 1994 und 1997 wurde die Staatsbahn schrittweise privatisiert.
Die Bahninfrastruktur, zu der insbesondere Gleise, Bahnhöfe, Betriebswerkstätten und Signalanlagen gehören, befindet sich im Besitz der nicht-gewinnorientierten Gesellschaft Network Rail. Der Personenverkehr wird von zahlreichen Bahngesellschaften durchgeführt, die nach dem Franchising-Prinzip bestimmte, von der Regierung festgelegte Leistungen erbringen und im Gegenzug finanzielle Unterstützung erhalten. Im Gegensatz dazu ist der Güterverkehr vollständig privatisiert, wobei die Betreiber keine staatlichen Zuwendungen erhalten.