Schwefeldioxid
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Schwefeldioxid | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| |||||||||||||||||||||
| Summenformel | SO2 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 64,06 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
gasförmig | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−75,5 °C | |||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
−10,05 °C | |||||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
0,3271 MPa (20 °C) | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
| |||||||||||||||||||||
| Dipolmoment | ||||||||||||||||||||||
| Brechungsindex |
1,000686 (0 °C, 101,325 kPa) | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
| MAK |
| |||||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | ||||||||||||||||||||||
Schwefeldioxid (SO2) ist eine anorganische chemische Verbindung aus Schwefel und Sauerstoff sowie das Anhydrid der Schwefligen Säure (H2SO3). Schwefeldioxid ist als Molekül gewinkelt aufgebaut, die Atome werden kovalent durch Doppelbindungen zusammengehalten. Unter Normalbedingungen ist Schwefeldioxid ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße Schweflige Säure.
Es entsteht unter anderem bei der Verbrennung von schwefelhaltigen fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdölprodukten, die bis zu 4 Prozent Schwefel enthalten. Auch Biomasse enthält je nach Herkunft teils erhebliche Mengen Schwefel, da dieser ein Mengenelement in allen bekannten Lebewesen ist, wodurch bei Verbrennung ebenfalls Schwefeldioxid entsteht. Dadurch trägt es in erheblichem Maß zur Luftverschmutzung bei. Es ist der Grund für sauren Regen, wobei das Schwefeldioxid zunächst von Sauerstoff zu Schwefeltrioxid oxidiert wird und dann mit Wasser zu Schwefelsäure (H2SO4) umgesetzt wird. Um den Eintrag von Schwefeldioxid zu verhindern, gibt es verschiedene Verfahren zur Rauchgasentschwefelung. Zudem findet sich Schwefeldioxid im Umfeld von Hochtemperaturgebieten und aktiven Vulkanen.
In vielen Industrieländern werden Erdöl und Erdgas sowie deren Produkte vor der Verbrennung von Schwefel befreit, meist durch ein Verfahren namens Hydrodesulfurierung. Auch Biogas wird vor der Nutzung behandelt, um den enthaltenen Schwefelwasserstoff zu entfernen (Biogasaufbereitung). Das sorgt für ein sichereres und weniger schädliches Produkt. Die Kosten dieser Verfahren können oft durch die Weiterverwendung des gewonnenen Schwefels in der chemischen Industrie ausgeglichen werden. Im Gegensatz dazu ist REA-Gips, der bei der Rauchgasentschwefelung entsteht, vergleichsweise günstig, deckt aber kaum die Kosten der Entschwefelung.
- ↑ Eintrag zu E 220: Sulphur dioxide in der Europäischen Datenbank für Lebensmittelzusatzstoffe, abgerufen am 29. Dezember 2020.
- 1 2 3 4 5 6 Eintrag zu Schwefeldioxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Februar 2025. (JavaScript erforderlich)
- 1 2 3 Sicherheitsdatenblatt. (PDF) 21. Dezember 2021, abgerufen am 28. März 2023.
- ↑ David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Dipole Moments, S. 9-52.
- ↑ David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Index of Refraction of Gases, S. 10-254.
- ↑ Eintrag zu Sulphur dioxide in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
- ↑ Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 7446-09-5 bzw. Schwefeldioxid), abgerufen am 16. Mai 2020.
- ↑ National Technical Information Service., AD-A148-952.
- ↑ A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
- ↑ Hans-Ulrich Schmincke: Vulkanismus. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, S. 224 ff.