Sophie Stippel
Sophie Margarete Stippel, geborene Greiner (* 28. Mai 1892 in Mannheim; † 28. August 1985 in Weinheim) war eine deutsche Bibelforscherin (heute als Zeugen Jehovas bezeichnet) und Widerständige gegen den Nationalsozialismus. Aufgrund ihres Glaubens wurde sie von den Nationalsozialisten verfolgt und am 14. Mai 1936 erstmals inhaftiert (Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus). Infolgedessen wurde sie über das KZ Lichtenburg und das KZ Ravensbrück 1942 schließlich in das KZ Auschwitz deportiert. Dort traf sie auf den Lagerkommandanten Rudolf Höß, der sie als Köchin für seine Familie einstellte. Stippel und Höß kannten sich noch aus der Kindheit in Mannheim. Aufgrund dieser Position konnte Stippel vielen Häftlingen in Auschwitz helfen und hielt an ihrem Glauben fest, obwohl sie unter Abkehr von diesem das Konzentrationslager hätte verlassen können.
- ↑ W. Kreutz, K. Strobel, U. Nieß: Der Kommandant und die Bibelforscherin: Rudolf Höss und Sophie Stippel: Zwei Wege nach Auschwitz (= Schriftenreihe Marchivum; Nr. 1). Mannheim 2018, S. 179.