Souveräner Malteserorden

Flagge
Wappen

Wahlspruch:
Tuitio fidei et obsequium pauperum
(„Bezeugung des Glaubens und
Hilfe den Bedürftigen“)

Basisdaten
Gegründet1048
AmtsspracheItalienisch
Statussouveränes Völkerrechtssubjekt
SitzPalazzo di Malta in der
Via dei Condotti 68, Rom
GroßmeisterFra’ John Dunlap
GroßkomturFra’ Emmanuel Rousseau (ad interim)
GroßkanzlerRiccardo Paternò di Montecupo (ad interim)
GroßhospitalierJosef Blotz
RezeptorFabrizio Colonna (ad interim)
Päpstlicher
Sonderbeauftragter
Silvano Kardinal Tomasi CS
KardinalpatronGianfranco Kardinal Ghirlanda SJ
PrälatLuis Manuel Cuña Ramos (seit 2023)
Mitglieder13.500 Ritter und Damen
Währung1 Scudo = 12 Tari = 240 Grani
ZeitzoneUTC+1
Kfz-KennzeichenS.M.O.M.
HymneAve Crux Alba
(Sei gegrüßt, weißes Kreuz)

Der Souveräne Malteserorden (mit vollem Namen Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta – früher zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta) oder kurz Malteser-Ritterorden ist eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft, die ihren Ursprung in dem im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründeten Johanniterorden hat und nach dem Ersten Kreuzzug zudem zu einem geistlichen Ritterorden wurde. Seit seiner Ansiedlung auf der Insel Malta um 1530 tritt der heute gebräuchliche Name auf (auch zur Unterscheidung vom protestantischen Johanniterorden, dessen Ursprünge im selben Orden liegen).

In völkerrechtlicher Hinsicht wird der Orden als ein souveränes nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt behandelt, obwohl er seit 1798 kein Staatsgebiet mehr kontrolliert. In dieser Eigenschaft verfügt er über eine Ordensregierung, unterhält diplomatische Beziehungen zu 115 Staaten, entsendet Botschafter und kennt eine eigene Gerichtsbarkeit (Magistralgerichte des Souveränen Malteserordens).

Ziel des heute weltweit ca. 13.500 Mitglieder zählenden Ordens ist es, Alte, Behinderte, Flüchtlinge, tödlich Erkrankte und Leprakranke unabhängig von ihrer Religion und Herkunft karitativ zu unterstützen. Bereits seit seiner Gründung im Mittelalter leistete der Orden humanitäre Hilfe. Für die Hilfsorganisationen des Ordens sind rund 80.000 ständige ehrenamtliche und 42.000 angestellte Mitarbeiter tätig, die in mehr als 120 Ländern im Gesundheitswesen sowie der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe tätig sind.

Der im Jahr 1113 päpstlich anerkannte Orden ist neben dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und dem Deutschen Orden einer von drei päpstlichen Ritterorden. Dabei steht der Malteserorden in einem besonderen Souveränitätsverhältnis zum Heiligen Stuhl; er ist – als letzter verbliebener geistlicher Ritterorden – ein Orden im Sinne des Corpus Iuris Canonici. Der Malteserorden ist zugleich Völkerrechtssubjekt, Ritterorden und kirchlicher Orden. Er entscheidet autonom gemäß seiner Verfassung und seinem eigenen Kodex über die Aufnahme, die Aufgaben, den Rang und die Auszeichnung seiner Mitglieder und anderer, die sich um das Ordenswerk verdient machen.

Noch heute entstammen viele europäische Mitglieder des Malteserordens früheren Ritterfamilien; heute hat sich der Orden in Anbetracht seiner Aufgaben und seiner Internationalität für andere, nach den Ordensstatuten geeignete Kandidaten geöffnet.

  1. Nach Artikel 7 der Ordensverfassung ist die Amtssprache Italienisch
  2. 1 2 3 Decree for the Sovereign Military Hospitaller Order of Saint John of Jerusalem, of Rhodes and of Malta (S.M.O.M.). Presseamt des Heiligen Stuhls, 3. September 2022, abgerufen am 1. Juni 2025 (englisch).
  3. Grande Ospedaliere. Abgerufen am 18. Februar 2025 (italienisch).
  4. www.orderofmalta.int – Malteserritter
  5. Verfassung und Codex des Ordens (Memento vom 31. Januar 2012 im Internet Archive)(PDF, 1,25 MB). Abgerufen am 9. Dezember 2010.
  6. deutschsprachige Website unter Kontakte
  7. www.orderofmalta.int – Humanitäre & medizinische Hilfe
  8. Matthias Rüb, Das letzte Wort hat der Papst, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. November 2021.
  9. Precisazione della Segreteria di Stato in merito agli Ordini Equestri, news.va – The Vatican Today, 16. Oktober 2012.