Deuterokanonisch

Deuterokanonisch (von griechisch δεύτερος deúteros, deutsch zweiter, und griechisch κανών kanṓn, deutsch gerader Stab, daraus lateinisch canon Maßstab) ist ein Begriff, mit dem bestimmte Schriften des Alten Testaments (AT) bezeichnet werden, die von der römisch-katholischen Kirche und von den orthodoxen Kirchen sowie den altorientalischen Kirchen als integraler Bestandteil der Bibel angesehen werden, also als kanonisch gelten, vom Judentum und von den Kirchen der Reformation jedoch für apokryph gehalten werden. Im protestantischen Raum ist auch der Begriff Apokryphen und in der ökumenischen Zusammenarbeit Spätschriften des Alten Testaments mit fast demselben Inhalt üblich.

Als protokanonisch (von griechisch πρῶτος prō̂tos, deutsch erster) werden dagegen die auch im jüdischen und evangelischen Kanon enthaltenen Schriften des Alten Testaments bezeichnet. Die deuterokanonischen Bücher werden, um zusätzliche Schriften ergänzt, von den orthodoxen Kirchen als Anaginoskomena (griechisch ἀναγινωσκόμενα anaginōskómena, „Lesenswerte“) bezeichnet.

  1. In diesem Diagramm ist mit LXX die originale Version der Septuaginta, bestehend aus den 5 Büchern Mose in griechischer Übertragung, in Autorschaft der Rabbinen, gemeint, sie ist bis auf seltene Fragmente verloren. Im Gegensatz dazu ist die Septuaginta, die auch griechisches Altes Testament genannt wird, oder andere Manuskripte, die in der Tradition der Kirche stehen, wie Lucian, Heysicius, Hexaplar, A, B, א [aleph] etc., nicht gemeint.