Stiftskirche Saint-Martin de Candes
| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Candes-Saint-Martin, Frankreich |
| Diözese | Erzbistum Tours |
| Patrozinium | hl. Martin von Tours |
| Baugeschichte | |
| Bauzeit | vor 1180–um 1250 |
| Baubeschreibung | |
| Baustil | angevinische Gotik |
| Ausstattungsstil | Gotik |
| Funktion und Titel | |
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Pfarrkirche | |
| 47° 12′ 40,3″ N, 0° 4′ 26″ O | |
Die Stiftskirche Saint-Martin de Candes ist eine frühere Stiftskirche, die sich in Candes-Saint-Martin im Westen des französischen Départements Indre-et-Loire in der Region Centre-Val de Loire befindet.
Eine Vorgängerkirche, gewidmet dem hl. Mauritius, wurde hier durch den hl. Martin von Tours in einer der durch ihn begründeten ersten ländlichen Pfarreien der Touraine errichtet. Er starb in dieser Kirche im November 397. In der Folge wurde sie zum Ziel einer Wallfahrt und dies sogar, obwohl sie keine Reliquien des Heiligen beherbergte. Im Jahr 1050 wird die Kirche von Candes als « Stiftskirche » erwähnt, deren Kapitel 12 Kanoniker zählte.
Nachdem die alte Kirche des hl. Mauritius mittlerweile in Ruinen lag, wurde zwischen 1175 und der Mitte des 13. Jahrhunderts die heutige Kirche Saint-Martin de Candes errichtet. Der Bau erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte, jedoch erscheint diese Bauzeit bescheiden in Anbetracht der Bedeutung des Bauwerks, dessen Architektur in weiten Teilen vom Stil der angevinischen Gotik inspiriert ist. Sie ist gekennzeichnet durch einen überreichen Skulpturenschmuck, der zum einen das Querschiff und das Langhaus ziert, zum anderen auch eine monumentale Vorhalle an der Nordseite des Langhauses. Die Hinzufügung von Bauteilen nach dem Hundertjährigen Krieg im 15. Jahrhundert, die aus dieser Kirche eine der seltenen Wehrkirchen der Touraine machen, unterstreicht ihre Einzigartigkeit.
Die Stiftskirche, die von Prosper Mérimée 1836 persönlich besucht wurde, wurde 1840 in seine Liste der Monuments historiques aufgenommen. Verschiedene Teile ihrer Ausstattung (z. B. der Hochaltar mit Tabernakel, einzelne Statuen, Tafelbilder und eine Glocke) stehen jedes für sich gesondert unter Denkmalschutz.
- ↑ Pierre Audin: La Touraine autour de l'an mil. In: Mémoire de la Société archéologique de Touraine. Band LXIX, 2012, S. 83.