Stiftung Klima- und Umweltschutz MV

Die Stiftung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Klimaschutz und Bewahrung der Natur – Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, Kurzbezeichnung Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, mit Sitz in Schwerin ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts im Umfeld der Nord Stream 2. Die Stiftung wurde Anfang 2021 vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit dem offiziell kommunizierten Ziel gegründet, Maßnahmen und Projekte des Klimaschutzes und zur Bewahrung oder Wiederherstellung der Natur in Mecklenburg-Vorpommern und an sowie vor den Küsten des Landes sowie an und vor den Ostseeküsten der Ostseeanrainerstaaten durchzuführen und zu fördern.

Hauptziel der Tarnorganisation war jedoch, die Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland fertigzustellen und die US-Sanktionen bezüglich des Pipeline-Baues zu umgehen; die Stiftung wurde zu über 99 % von Gazprom bzw. deren Nord Stream 2 AG finanziert. Die Stiftung trat bei den Baumaßnahmen als Auftraggeber auf und spielte bei der Fertigstellung der Pipeline eine zentrale, Rolle. Der Antrag der Landesregierung zur Stiftungs-Gründung führte extra auf: „Die Gründung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes in der Stiftung mit dem Ziel, einen Beitrag zum Fortgang der Arbeiten an der Pipeline Nord Stream 2 zu leisten.“ Dazu kaufte die Stiftung mit der Blue Ship auch ein Schiff, das direkt zum Bau von Nord Stream 2 beitrug.

Am 28. Februar 2022, vier Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, kündigte die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die Auflösung der Stiftung an. Am 14. April 2022 richtete der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen einen Untersuchungsausschuss zum Verhalten von Schwesigs Regierung in Bezug auf Nord Stream 2 und die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV ein. Die mit russischen Geldern ausgestattete Stiftung gilt als Symbol für Schwesigs verfehlte Russlandpolitik. Im Juni 2023 erklärte die Landesregierung die Auflösung der Stiftung für gescheitert.

  1. Homepage. Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, abgerufen am 6. Februar 2022.
  2. Peter Burghardt: Halbe Kehrtwende in Schwerin. Süddeutsche Zeitung, 1. April 2022, abgerufen am 3. April 2022.
  3. https://www.deutschlandfunk.de/schwesig-klimastiftung-nord-stream-2-gazprom-100.html
  4. 250.000€ vom Land, bis zu 60 Millionen € von Gazprom/Nord Stream 2 AG, siehe Quelle unten (Stiftungskapital).
  5. https://www.n-tv.de/politik/Weiss-ich-nicht-mehr-werd-ich-Ihnen-auch-nicht-sagen-article26103932.html
  6. Manuela Schwesig: Antrag der Landesregierung – Zustimmung des Landtages gemäß § 63 Absatz 1 LHO – hier: Errichtung der „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“. In: Landtag Mecklenburg-Vorpommern. 7. Wahlperiode, Drucksache 7/5696, 6. Januar 2021 (landtag-mv.de [PDF; 299 kB; abgerufen am 1. Mai 2022]).
  7. Andreas Becker: Schwesig-Regierung schweigt zum dubiosen Schiffskauf. In: Nordkurier. 27. Januar 2022, abgerufen am 3. März 2022.
  8. Kevin Hagen, Christian Teevs: In die neue Zeit. Spiegel Online, 28. Februar 2022, abgerufen am 1. Mai 2022.