Substanzinduzierte Psychose

Klassifikation nach ICD-10
F10.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol
F11.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide
F12.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide
F13.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika
F14.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain
F15.– Psychische und Verhaltensstörungen durch alternative Stimulanzien, inklusive Koffein
F16.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene
F17.– Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak
F18.– Psychische und Verhaltensstörungen durch flüchtige Lösungsmittel
F19.– Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Eine substanzinduzierte Psychose (auch bekannt als Drogenpsychose oder drogeninduzierte Psychose) ist eine psychotische Störung, die mit oder ohne ärztliche Verordnung von einer oder mehreren psychotropen Substanzen (wie z. B. Alkohol, Cannabinoide, Kokain, Amphetamine, Halluzinogene, neue psychoaktive Substanzen etc.) ausgelöst wurde. Substanzinduzierte Psychosen können unter Umständen irreversibel (unheilbar), aber auch vorübergehend sein. Psychiatrisch sind sie unter exogenen Psychosen klassifiziert.

Gemäß den Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage (American Psychiatric Association, 2013) ist die substanzinduzierte Psychose (SIP) eine Störung, die durch das Vorhandensein von Wahnvorstellungen oder Halluzinationen gekennzeichnet ist, welche während oder kurz nach der Einnahme einer Substanz auftreten und bis zu einem Monat anhalten. Es scheint jedoch auch eine Untergruppe von Personen zu geben, die anfällig für anhaltende Symptome sind, die das derzeitige (Stand 2021) diagnostische Schema in Frage stellt, das eine Unterscheidung zwischen substanzinduzierten Psychosen und Schizophrenie-Spektrum-Störungen vornimmt.

Psychoaktive Substanzen können Psychosen verursachen oder auslösen; bereits abgeklungene Psychosen können erneut ausbrechen. Hierfür reicht unter Umständen bereits einmaliger Konsum. Psychotische Störungen durch Substanzgebrauch werden wie andere Psychosen behandelt und heilen nicht immer durch Abstinenz vollständig aus.

  1. Suchtmittel, Behandlungsmöglichkeiten, Beratungsstellen, BZgA, Köln (PDF; 0,8 MB).
  2. Kristina M. Gicas; Puneet K. Parmar; Giulia F. Fabiano; Farzaneh Mashhadi: Substance-induced psychosis and cognitive functioning: A systematic review. In: Psychiatry Res. 308. Jahrgang, Februar 2022, S. 114361, doi:10.1016/j.psychres.2021.114361, PMID 34979380 (englisch).