Türkische Militärintervention in Libyen
| Türkische Militärintervention in Libyen | |||||
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| Teil von: Bürgerkrieg in Libyen seit 2014 | |||||
| Datum | Seit Januar 2020 | ||||
| Ort | Libyen | ||||
| Ausgang | ungeklärt | ||||
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Eine Türkische Militärintervention in Libyen begann im Januar 2020 mit der Entsendung türkischer Truppen in das Bürgerkriegsland Libyen. Die Türkei stützte damit die von den Vereinten Nationen als legitime Regierung Libyens anerkannte Regierung der Nationalen Übereinkunft (GNA) mit Sitz in Tripolis gegenüber dem von General Chalifa Haftar dominierten Abgeordnetenrat im Zweiten Libyschen Bürgerkrieg. Neben dem Einsatz eigener Truppen setzte die Türkei auch schon davor ausländische Söldner ein und rüstete die Regierung mit u. a. Drohnen aus. Mit Hilfe der Türkei konnte die Regierung die Situation stabilisieren und nach einem Waffenstillstandsabkommen zwischen den Kriegsparteien im August 2020 beherrscht die GNA (bzw. ihr Nachfolger die Regierung der Nationalen Einheit, GNU) den Westteil des Landes, während die Truppen von General Haftar das Zentrum und den Osten kontrollieren.
Die türkische Militärintervention in Libyen wird hauptsächlich als Versuch interpretiert, sich im Rahmen der Doktrin „Blaues Vaterland“ (Türkisch: Mavi Vatan) Zugang zu Ressourcen im östlichen Mittelmeer zu sichern und vorteilhafte Seegrenzen festzulegen. Dafür hat die türkische Regierung als Schutzmacht der GNA mit dieser im November 2019 ein Abkommen über Seegrenzen mit Libyen im Mittelmeer geschlossen, welches von Ländern wie Israel, Zypern und Griechenland nicht anerkannt wird. Die Intervention hat die Türkei auch in Konflikt mit anderen Mächten wie Frankreich und Russland gebracht, die den Machtanspruch von General Haftar unterstützen. Die völkerrechtliche Legitimität des Einsatzes und der türkischen Abkommen mit der GNA-Regierung wurde zudem angezweifelt und der Türkei wurde vorgeworfen, durch den Einsatz von Kindersoldaten gegen internationales Kriegsrecht verstoßen zu haben.
- ↑ Why does Turkey seek a greater role in war-torn Libya? 22. Dezember 2019, abgerufen am 17. November 2024 (englisch).
- ↑ Diana Pieper, AFP, dpa, Reuters: Seerecht: EU-Staaten kritisieren türkisch-libysches Seeabkommen. In: Die Zeit. 13. Dezember 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 18. November 2024]).
- ↑ USA: Türkei setzt Kindersoldaten in Syrien und Libyen ein. In: Frankfurter Allgemeine. 1. Juli 2021, abgerufen am 18. November 2024.