Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam 2023

Das Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam war eine Zusammenkunft in der Villa Adlon am Lehnitzsee in Potsdam, die am 25. November 2023 stattfand und Mitte Januar 2024 durch einen Bericht des Medienunternehmens Correctiv publik wurde. Auf der Veranstaltung stellte der Rechtsextremist Martin Sellner als „Masterplan zur Remigration“ bezeichnete Überlegungen vor. Unter anderem sollen laut Sellner drei Gruppen Deutschland verlassen: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht und „nicht assimilierte“ (deutsche) Staatsbürger; letztere sollten durch „maßgeschneiderte Gesetze“ und „hohen Anpassungsdruck“ zur Auswanderung bewegt werden. Anwesend waren Mitglieder der AfD, CDU, ÖVP, des Vereins Werteunion, der Identitären Bewegung und weitere Personen, die über die Umsetzung diskutierten.

Sowohl die inhaltlichen Enthüllungen als auch die Vernetzung zwischen AfD und anderen Rechtsextremen führten zu einer breiten Welle der Empörung und des Entsetzens bei zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Bericht über das Treffen war Auslöser für massive Proteste gegen Rechtsextremismus in ganz Deutschland, an denen sich am Wochenende des 20. und 21. Januar 2024 bundesweit etwa eine Million Menschen beteiligten. In der Folge kam es zu einer Debatte um ein mögliches Verbot der AfD, zu Parteiordnungsverfahren in der CDU und zu presserechtlichen Verfahren über persönliche Details und Formulierungen gegen Drittmedien und Correctiv. Die Rechercheergebnisse sind davon bisher nicht betroffen.

  1. Correctiv bekräftigt vor Gericht Ergebnis seiner Recherchen. In: https://dpa-factchecking.com. 13. März 2024, abgerufen am 8. Juni 2025.
  2. Christian Rath: Rechtsstreits zum Rechtsextremen-Treffen. In: taz.de. 10. Januar 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.