Vierte Partei
Unter dem Schlagwort Vierte Partei wurden in der Bundesrepublik Deutschland in den 1970er und frühen 1980er Jahren Diskussionen um eine bundesweite Ausdehnung der CSU unter der Führung von Franz Josef Strauß geführt.
Der Begriff ist insofern uneindeutig bis irreführend, als die bayerische Christlich-Soziale Union, obwohl nur in Bayern wählbar, jederzeit eine selbständige Partei war und somit im Deutschen Bundestag immer mindestens vier Parteien (in drei Fraktionen) vertreten waren; er war aber zur Zeit der Diskussionen allgemein im Gebrauch, da die CDU in Bayern nicht an Wahlen teilnahm, die CSU dafür nicht im Rest des Bundesgebietes und deshalb nach dem Ausscheiden von GB/HE und NPD aus den Parlamenten sowohl auf Landes- als auch Bundesebene lange Zeit jeweils nur drei Parteien zur Wahl standen, welche die Aussicht hatten, die 5-%-Hürde zu überspringen. Er lässt sich daher für die Zeit seiner Entstehung am ehesten mit der Ausdehnung der CSU als bundesweit wählbare Partei bzw. der dafür geschaffenen Vorfeldorganisationen gleichsetzen.
Ferner wurde das Schlagwort für die Grünen verwendet, kam mit deren parlamentarischer Etablierung in den 1980er Jahren aber außer Gebrauch.