Bündnis 90/Die Grünen

Bündnis 90/Die Grünen
Partei­vorsitzende Franziska Brantner
Felix Banaszak
Stell­vertretende Vorsitzende Sven Giegold
Heiko Knopf
Bundes­geschäfts­führer Pegah Edalatian
Politische Bundesgeschäftsführerin
Lana Wittig
Organisatorische Bundesgeschäftsführerin
Bundes­schatz­meisterin Gesine Märtens
Gründung 13. Januar 1980
(Die Grünen)
09. April 1990
(Grüne Partei der DDR)
21. September 1991
(Bündnis 90)
14. Mai 1993
(Vereinigung)
Gründungs­ort Karlsruhe (Die Grünen)
Halle (Saale) (Grüne Partei der DDR)
Potsdam (Bündnis 90)
Leipzig (Vereinigung)
Haupt­sitz Platz vor dem Neuen Tor 1
10115 Berlin
Jugend­organisation Grüne Jugend
Zeitung Das Magazin der Grünen von 2016 bis Nov. 2025 danach online: gruenblog.com
Parteinahe Stiftung Heinrich-Böll-Stiftung
Aus­richtung Grüne Politik
Linksliberalismus
Europäischer Föderalismus
Farbe(n) grün (HKS 60)
Bundestagssitze
85/630
Sitze in Landtagen
283/1891
Staatliche Zuschüsse 36.172.486,59 (2025)
Mitglieder­zahl 183.761 (Stand: 31. Dezember 2025)
Mindest­alter Kein Mindestalter
Durch­schnitts­alter 49 Jahre
(Stand: 31. Dezember 2024)
Frauen­anteil 45 %
(Stand: 31. Dezember 2024)
Internationale Verbindungen Global Greens
Europaabgeordnete
12/96
Europapartei Europäische Grüne Partei (EGP)
EP-Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA)
Website www.gruene.de

Bündnis 90/Die Grünen (Eigenschreibweise: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kurzbezeichnung: Grüne; auch als Bündnisgrüne, B’90/Grüne, B’90/Die Grünen oder Die Grünen bezeichnet) ist eine politische Partei in Deutschland. Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist die Umweltpolitik. Leitgedanke „grüner Politik“ ist ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.

In Westdeutschland und West-Berlin entstammt die am 12./13. Januar 1980 in Karlsruhe gegründete Partei Die Grünen der Anti-Atomkraft- und Umweltbewegung, den Neuen Sozialen Bewegungen, der Friedensbewegung und der Neuen Linken der 1970er-Jahre. Bei der Bundestagswahl 1983 gelang den Grünen der Einzug in den Bundestag und von 1985 bis 1987 stellten sie in einer rot-grünen Koalition in Hessen mit Joschka Fischer erstmals einen Landesminister. Nach der Wiedervereinigung scheiterten die westdeutschen Grünen bei der Bundestagswahl 1990 an der Fünfprozenthürde.

Zwei weitere Entwicklungslinien gehen auf die Bürgerbewegung in der DDR zurück. Die während der politischen Umbrüche im Herbst 1989 gegründeten Initiative Frieden und Menschenrechte, Demokratie Jetzt sowie das Neue Forum bildeten das Bündnis 90. Dieses zog bei der Bundestagswahl 1990 zusammen mit der zur Jahreswende 1989/1990 gegründeten Grünen Partei in der DDR, dem Unabhängigen Frauenverband und der Vereinigten Linken als Parlamentsgruppe in den Bundestag ein. Nachdem die Grüne Partei in der DDR schon unmittelbar nach dieser Wahl mit den westdeutschen Grünen fusioniert hatte, womit Die Grünen mit zwei ostdeutschen Abgeordneten im Bundestag vertreten waren, erfolgte die Vereinigung der Grünen mit dem Bündnis 90 erst am 14. Mai 1993. Vierte Entwicklungslinie war die am 5. Oktober 1978 in West-Berlin gegründete Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz (AL), die als selbstständige Partei ab 1980 die Aufgaben eines Landesverbandes der Grünen unter eigenem Namen wahrnahm und ebenfalls am 14. Mai 1993 mit Bündnis 90 fusionierte.

Nach dem Wiedereinzug als Fraktion in den Bundestag 1994 waren Bündnis 90/Die Grünen von 1998 bis 2005 in einer rot-grünen Koalition erstmals an der Bundesregierung beteiligt. Von 2005 bis 2021 waren Bündnis 90/Die Grünen wieder Oppositionspartei im Bundestag; ehe die Grünen von 2021 bis 2025 zusammen mit SPD und FDP in einer Ampelkoalition und nach deren Bruch in einer rot-grünen Minderheitsregierung mitregierten. Seit 2025 ist die Partei wieder in der Opposition.

Bei der Bundestagswahl 2021 mit 14,8 % und bei der Europawahl 2019 mit 20,5 % erzielte man das jeweils beste Wahlergebnis in der Parteigeschichte.

In Baden-Württemberg stellen sie seit Mai 2011 mit Winfried Kretschmann erstmals einen Ministerpräsidenten, der nach einer grün-roten seit 2016 einer grün-schwarzen Landesregierung vorsteht. Darüber hinaus sind die Grünen auf Landesebene an rot-grünen Regierungen in Hamburg und Niedersachsen beteiligt. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bilden die Grünen zusammen mit der CDU eine schwarz-grüne Koalition. Von 2014 bis 2024 regierten die Grünen in Thüringen mit der Partei Die Linke und der SPD erstmals in einer rot-rot-grünen Koalition. Außerdem sind die Grünen seit 2016 in einer Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz in der Regierung beteiligt. In Bremen regiert seit 2019 eine weitere rot-rot-grüne Koalition, jedoch unter SPD-Führung. In Sachsen und Brandenburg war die Partei von 2019 bis 2024 an Kenia-Koalitionen beteiligt. Insgesamt ist die Partei aktuell in 13 von 16 Landtagen vertreten und an 7 von 16 Landesregierungen beteiligt.

  1. Das Magazin der Grünen. In: gruenblog.com. 11. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  2. Thomas Bräuninger, Marc Debus: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Bundeszentrale für politische Bildung, 9. Februar 2026: „In der Wirtschaftspolitik vertritt die Partei eher linke Positionen, bei gesellschaftspolitischen Themen wie gleichgeschlechtlicher Ehe oder Einwanderung nimmt die Partei linksliberale Positionen ein.“
  3. „Wahl-O-Mat Europawahl 2019 – Vergleich der Positionen“, Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 30. Juni 2019
  4. Michael Kellner und Robert Heinrich: Das grüne Corporate Design. (PDF) Bündnis 90/Die Grünen, Januar 2017, abgerufen am 4. März 2018.
  5. Festsetzung der staatlichen Mittel für das Jahr 2025. Deutscher Bundestag, 31. Januar 2026, abgerufen am 1. März 2026.
  6. Linke verdoppelt Mitgliederzahl in nur einem Jahr. ntv (Deutschland), 7. März 2026, abgerufen am 7. März 2026.
  7. Bundeszentrale für politische Bildung: Die soziale Zusammensetzung der Parteimitgliederschaften | Parteien in Deutschland. 21. Oktober 2022, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  8. Mitgliederschub bei den Grünen seit Ampel-Aus. N-tv, 19. Februar 2025, abgerufen am 19. Februar 2025.
  9. Mitgliederschub bei den Grünen seit Ampel-Aus. N-tv, 19. Februar 2025, abgerufen am 19. Februar 2025.
  10. Europawahl 2019: Vorläufiges amtliches Ergebnis – Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 1. Juni 2019.