Volkskammerwahl 1990

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Wahlbeteiligung 93,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,8
21,9
16,4
6,3
5,3
2,9
2,2
2,0
2,2
Sitzverteilung in der 10. Volkskammer
Insgesamt 400 Sitze
Verhältnis Regierung-Opposition in der
10. Volkskammer bis August 1990
Insgesamt 400 Sitze
Verhältnis Regierung-Opposition in der
10. Volkskammer ab August 1990
Insgesamt 400 Sitze

Die Volkskammerwahl 1990 war die 10. und letzte Wahl zur Volkskammer der DDR und die einzige, die demokratischen Grundsätzen entsprach. Sie fand am 18. März 1990 statt. Ursprünglich für den 6. Mai 1990 vorgesehen, wurde sie im Zuge der friedlichen Revolution nach Verhandlungen der Regierung Modrow mit Vertretern des Zentralen Runden Tisches wegen der Notwendigkeit einer demokratisch legitimierten Regierung um sechs Wochen vorverlegt. Die Amtszeit der Regierung Modrow verkürzte sich dadurch.

Die Wahlbeteiligung betrug 93,4 % bei 12.426.192 Wahlberechtigten. Sieger war das Wahlbündnis Allianz für Deutschland, bestehend aus der ehemaligen Blockpartei CDU mit dem Spitzenkandidaten Lothar de Maizière, der neu gegründeten Deutschen Sozialen Union (DSU, der CSU nahestehend) und dem Demokratischen Aufbruch (DA). DSU-Spitzenkandidat war Hans-Wilhelm Ebeling, beim DA war es Wolfgang Schnur. Drei Tage vor der Wahl machte Der Spiegel Schnurs Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) öffentlich.

Die neu gegründete und als Favorit eingeschätzte Sozialdemokratische Partei in der DDR (ursprünglich SDP, zur Wahl als SPD abgekürzt) kam nur auf knapp 22 % der Stimmen. Ihr Spitzenkandidat Ibrahim Böhme wurde später als Inoffizieller Mitarbeiter des MfS enttarnt und 1992 aus der SPD ausgeschlossen.