Weinbau in der Schweiz
Der Weinbau in der Schweiz findet hauptsächlich im Wallis sowie in den französischsprachigen Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Genf und im Drei-Seen-Land statt. In der Deutschschweiz konzentriert sich der Weinbau auf die deutschsprachigen Gebiete des Drei-Seen-Landes sowie die Kantone Aargau, Luzern, Zürich, Schaffhausen und Thurgau und auf das Alpenrheintal. Im italienischsprachigen Tessin werden vor allem Rotweine erzeugt.
Schweizer Weine werden zum Grossteil in der Schweiz getrunken; nur ein bis zwei Prozent der in der Schweiz erzeugten Weine werden exportiert. Die Nachfrage überstieg die Menge des meist auf schwierigem Gelände angebauten Weines. Dies führt zu hohen Preisen sowie zu der Versuchung, Bedingungen für sehr hohe Erträge zu schaffen. Seitdem sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz durch Schaffung von kontrollierten Appellationen verschärft haben, steigt die Qualität des Schweizer Weines an. Die Anbaubedingungen auf nur kleinen Weinbergen in steilen Hanglagen sind schwierig. Zudem haben die Schweizer Winzer in den 2020er Jahren – wie praktisch alle Länder, in denen traditionell Wein getrunken wird – mit einem sinkenden Weinkonsum zu kämpfen. Die Schweizer konsumierten im Jahr 2024 218,4 Millionen Liter Wein gegenüber 266 Millionen Litern im Jahr 2014. Ausserdem hat die Branche mit einer stärkeren ausländischen Konkurrenz zu kämpfen. Ungeeignete Rebanlagen sollen gerodet werden.
Schweizer Weine sind überwiegend leichte Weine, die eher jung getrunken werden. Die bedeutendsten Schweizer Weine sind der Weisswein Chasselas (Gutedel, im Kanton Wallis Fendant) und der Rotwein Pinot Noir, im Kanton Wallis auch Dôle.
- ↑ Starker Rückgang des Weinkonsums in der Schweiz. Medienmitteilung des Bundesamts für Landwirtschaft vom 29. April 2025.
- ↑ Krise des Schweizer Weins belastet die Winzer. In: Cash, 4. Oktober 2025.
- ↑ Benno Tuchschmid: «Es gibt viele Winzer, die bald im Traktor nach Bern fahren wollen. Ich verstehe sie». In: Tages-Anzeiger, 26. September 2025.