Wirtschaft des Vereinigten Königreichs
| Vereinigtes Königreich | |
|---|---|
| Weltwirtschaftsrang | 6. (nominal) (2023) |
| Währung | Pfund Sterling (GBP) |
| Umrechnungskurs | 1,00 £ = 1,15 € (Wechselkurs vom 16. April 2026) |
| Handels- organisationen | WTO, OECD |
| Kennzahlen | |
| Bruttoinlands- produkt (BIP) | $ 3.644,6 Mrd. (2024) $ 4.286,6 Mrd. (PPP) (2024) |
| BIP pro Kopf | $ 49.213,4 (nominal) (2023) |
| BIP nach Wirtschaftssektor | Landwirtschaft: 0,6 % (2023) Industrie: 13,1 % (2023) Dienstleistung, inkl. öffentl. Sektor: 86,3 % (2023) |
| Wachstum | +1,1 % (2024) |
| Inflationsrate | 2,5 % (2024) |
| Erwerbstätige | 32,8 Mio. (2019) |
| Erwerbsquote | 78,2 %(2024) |
| Arbeitslose | 1,51 Mio. (2024) |
| Arbeitslosenquote | 4,3 % (2024) |
| Außenhandel | |
| Export | $ 512,8 Mrd. (2024) |
| Exportgüter | Maschinen, Gold, chem. Erzeugnisse, Kfz und -Teile (2024) |
| Exportpartner | USA (14,1 %), China (9,1 %), Deutschland (7,5 %) (2024) |
| Import | $ 815,4 Mrd. (2024) |
| Importgüter | Kfz und -Teile, chem. Erzeugnisse, Gold, Maschinen (2024) |
| Importpartner | China (12,2 %), USA (11,4 %), Deutschland (9,4 %) (2024) |
| Außenhandelsbilanz | $ −302,6 Mrd. (2024) |
| Öffentliche Finanzen | |
| Öffentliche Schulden | 101,1 % des BIP (Haushaltsjahr 2024/25) |
| Staatseinnahmen | 39,3 % des BIP (Haushaltsjahr 2024/25) |
| Staatsausgaben | 44,4 % des BIP (Haushaltsjahr 2024/25) |
| Haushaltssaldo | −2,3 % des BIP (Haushaltsjahr 2024/25) |
Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten Volkswirtschaften der Welt. Die britische Wirtschaft ist der Ursprung des sogenannten „angelsächsischen Kapitalismus“, der auf den Prinzipien der Liberalisierung, des freien Marktes, niedriger Besteuerung und geringer Regulierung beruht. Das Land hat das weltweit sechsthöchste nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) und nach Deutschland das zweithöchste in Europa (Stand 2024). Bei der Kaufkraftparität (PPP) liegt es ebenfalls auf dem sechsten Platz. Mit 28.300 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Im Vergleich mit dem BIP der EU (ausgedrückt in Kaufkraftstandards) erreicht das Vereinigte Königreich einen Index von 104 (EU-28 im Jahr 2019: 100).
In Bezug auf Inflation und Zinsniveau gehört die britische Wirtschaft zu den stärksten Europas. Die Arbeitslosenquote lag im Juli 2025 bei 4,7 %, was sowohl weltweit gesehen als auch für europäische Verhältnisse gering ist. Das Vereinigte Königreich ist seit 2022 sowohl der viertgrößte Exporteur als auch der viertgrößte Importeur der Welt, was es hauptsächlich seinen Dienstleistungsexporten zu verdanken hat: So war das Vereinigte Königreich beispielsweise 2024 nach den USA der zweitgrößte Exporteur von Dienstleistungen und der größte Nettoexporteur von Finanzdienstleistungen.
Das Land war 47 Jahre lang Mitglied der Europäischen Union und ist Mitglied der Gruppe der Sieben. Oft wird die britische Wirtschaftsform als „angelsächsischer Kapitalismus“ bezeichnet. Seit den 1980er Jahren wurden zahlreiche Staatsbetriebe im Zuge des Thatcherismus privatisiert und die Gewerkschaften geschwächt. Die 1997 folgende Regierung unter der Labour Party führte unter anderem den Mindestlohn ein und stützte die Binnenwirtschaft mit gestiegenen Staatsinvestitionen, verfolgte aber insgesamt eine ähnliche Politik.
Die Industrie spielt heute anteilsmäßig in der britischen Wirtschaft, auch im europäischen Vergleich, nur noch eine relativ geringe Rolle (außer im Exportanteil) und viele Traditionsmarken wie Bentley, Jaguar oder Land Rover sind keine britischen Unternehmen mehr. An Bedeutung gewonnen haben hingegen Finanzdienstleistungen: Die Hauptstadt London ist ein internationales Finanzzentrum („City of London“) sowie Standort einiger wichtiger Börsen und Banken. Trotz dieses Strukturwandels bleibt das Vereinigte Königreich jedoch einer der größten Industrieproduzenten Europas.
Nach einer Phase hohen Wachstums ab den späten 1990ern befand sich die britische Wirtschaft von 2008 bis 2010 in einer Rezession (siehe Finanzkrise ab 2007). Die britische Wirtschaftsleistung wurde von der COVID-19-Pandemie und den Folgen des Brexit stark betroffen und hat auch im dritten Quartal 2022 das Niveau von Ende 2019 nicht erreicht. Nach einem starken Wachstumsjahr 2022 prognostiziert der Internationalen Währungsfonds das drittwschächste Realwachstum der G7-Staaten, die OECD sieht das Vereinigte Königreich als Schlusslicht. Aus deutscher Sicht belegte das Vereinigte Königreich 2023 den neunten Platz der wichtigsten Handelspartner, nachdem das Land 2021 aus den Top 10 gefallen war.
Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte das UK 2019 Platz 9 von 141 Ländern. Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2022 von 177 Ländern den 24. Platz, vor den USA und hinter Zypern.
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- ↑ Unemployment rate (aged 16 and over, seasonally adjusted): %. Office for National Statistics, 10. Juni 2025, abgerufen am 13. Juli 2025.
- 1 2 3 4 Office for Budget Responsibility (OBR): Public finances databank – June 2025 veröffentlicht am 20. Juni 2025, abgerufen am 13. Juli 2025.
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- ↑ Jessica Frank-Keyes: Services trade sees UK become world’s fourth largest exporter. In: City AM. 9. April 2024, abgerufen am 28. September 2025 (britisches Englisch).
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- ↑ UK leads world in financial services trade surplus. 15. Januar 2025, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
- ↑ GDP – International Comparisons: Key Economic Indicators. House of Commons Library, abgerufen am 8. Dezember 2022.
- ↑ Marc Lehnfeld: Briten wieder unter den Top 10 der deutschen Handelspartner. Germany Trade & Invest (GTAI), 8. Februar 2024, abgerufen am 20. Februar 2024.
- ↑ Global Competitiveness Report 2019, Global Competitiveness Index 4.0. In: World Economic Forum (Hrsg.): Global Competitiveness Index 2019. (weforum.org [abgerufen am 6. April 2020]).
- ↑ Country Rankings: World & Global Economy Rankings on Economic Freedom. In: 2022 Index of Economic Freedom. The Heritage Foundation, abgerufen am 12. Dezember 2022 (englisch).