Westliche Xia-Dynastie

Das Reich der Westlichen Xia-Dynastie oder Xi Xia (chinesisch 西夏, Pinyin Xī Xià; tangutisch: Mi-Nyak) wurde 1038 von den Tanguten auf dem Gebiet der heutigen chinesischen Provinz Gansu und des heutigen Autonomen Gebiets Ningxia, mit Zentrum bei Yinchuan, gegründet.

Es handelte sich um einen Vielvölkerstaat Chinas, mehrheitlich bewohnt von Tanguten, aber auch Uiguren, Han-Chinesen, Mongolen und Tibetern. Die Führungsspitze des Staates bildeten Tanguten; Tibeter, Uiguren und Han-Chinesen waren aber in politischen Ämtern aktiv. Es gab in ihrem Staat entsprechend den geographischen Gegebenheiten sowohl Ackerbauern wie auch Karawanenhändler, Nomaden und Halbnomaden.

Das Tangutenreich war aufgrund der Schwäche der Song-Dynastie seit dem 11. Jahrhundert unabhängig, stand aber unter starkem Einfluss der chinesischen Kultur. Es vermittelte den Handel und Schmuggel entlang der Seidenstraße; Haupthandelspartner war dabei die Song-Dynastie. 1044 mussten sich die Song sogar zu Tributzahlungen (Seide, Silber, Tee) an die Tanguten verpflichten. Im Jahr 1226/1227 wurde der Staat Xi Xia von den Mongolen vernichtet.

  1. Stein (1972), pp. 70–71.
  2. Shao-yun Yang: Fan and Han: The Origins and Uses of a Conceptual Dichotomy in Mid-Imperial China, ca. 500-1200. In: Francesca Fiaschetti and Julia Schneider eds., „Political Strategies of Identity-building in Non-Han Empires in China“. (academia.edu [abgerufen am 6. Januar 2019]).