Das Hochkreuz am Rhein
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Drachenfels Godesberg
HOCHKREUZ am RHEIN
Mein Buch hat der Geschichten, Sagen und Legenden des Rheins manche erzählt, sein schönes Land, seine Burgen und Klöster, seine Sitten und Gebräuche oft und mit Vorliebe dargestellt und beschrieben; – denn das Großartige, Geheimnißvolle und Gespenstische des dämmernden Alterthums hat mich als Knabe schon erbaut und angezogen. In wessen Seele Kunst und Wissenschaft, in vollkommenem Ebenmaß mit einer herrlichen Natur, eine festliche Stimmung zu wecken vermag, der lasse sich den Rhein hinabgleiten von Mainz bis zum Siebengebirge hin, und die Bilder, die er gesehen, werden in seiner Erinnerung ein dauernderes und froheres Andenken bewahren als manche Reise in weite Fernen.
Schon an einer frühern Stelle dieses Werkes habe ich jenes Prachtstück im Rheingeschmeide geschildert, in welchem die Ruinen von Godesberg und Drachenfels wie Diademe glänzen. Bescheiden erhebt sich in ihrer Nähe, auf einem Hügel, der die herrlichste Aussicht über das Rheinthal gewährt, ein kleines aber wunderschönes Denkmal, welches mittelalterliche Kunst und Frömmigkeit aufgerichtet haben. Das Hochkreuz ist es geheißen und der wohlerhaltene Bau trotzt mit altdeutscher Festigkeit der Zeit und dem Wetter schon viele Jahrhunderte.